Dienstag, 31. Mai 2005

Über 50 Prozent sind ohne Job: Weltweite Jugend-Arbeitslosigkeit alarmierend hoch

  • 238 Millionen leben von weniger als einem Dollar

Weltweit hatten 2004 weniger als die Hälfte aller erwerbsfähigen jungen Menschen einen Arbeitsplatz. Rund 238 Millionen junge Menschen leben von weniger als einem Dollar (0,81 Euro), rund 462 Millionen von weniger als zwei Dollar pro Tag. Diese Zahlen lagen am Dienstag den Delegierten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf zu Beginn der 93. ILO-Jahressitzung vor.

Im Zentrum des bis zum 16. Juni dauernden Treffens von rund 4.000 Delegierten aus 178 Ländern stehen neben der Jugendarbeitslosigkeit Themen wie Zwangsarbeit, Arbeitszeiten, Sicherheit am Arbeitsplatz sowie Arbeit in der Fischerei. Der ILO gehören sowohl Vertreter der Arbeitgeber als auch von Gewerkschaften an.

Die Anzahl der arbeitslosen jungen Menschen wird auf 88 Millionen oder 47 Prozent aller weltweit Arbeitslosen geschätzt. Nahezu ein Viertel (22,5 Prozent) der weltweit 1,1 Milliarden 15- bis 24- Jährigen lebt in extremer Armut, heißt es in dem für die Konferenz von der ILO vorbereiteten Bericht.

Viele junge Menschen sind unterbeschäftigt als unfreiwillige Teilzeit-, Zeitarbeit- oder Kurzarbeitnehmer, oder sie sind an einem Arbeitsplatz mit unzureichender Produktivität tätig. Weltweit verrichten schätzungsweise 59 Millionen junge Menschen im Alter von 15 bis 18 Jahren gefährliche Arbeiten. Junge Frauen sind anfälliger für Arbeitslosigkeit als junge Männer.

Im Jahr 2015 werden den Schätzungen zufolge 660 Millionen junge Menschen entweder erwerbstätig sein oder Arbeit suchen. Dies bedeutet einen Anstieg von 7,5 Prozent gegenüber den erwerbsfähigen Jugendlichen im Jahr 2003. Bis 2015 wird es nach ILO-Schätzungen mehr Erstarbeitssuchende geben als je zuvor. Der größte Bedarf an Arbeitsplätzen wird in Regionen bestehen, in denen der Zuwachs an Erwerbsfähigen am größten ist, etwa in Schwarzafrika. (apa)

31.5.2005 16:43