Montag, 30. Mai 2005

Benzin- und Dieselpreise sind zu hoch: Österreicher tanken erstmals weniger

  • Wert in ersten vier Monaten um 2,9 Prozent gesunken

Der österreichische Treibstoffmarkt ist seit Jahresbeginn heuer erstmals seit zehn Jahren geschrumpft. In den ersten vier Monaten haben die Österreicher um 2,9 Prozent oder rund 70.000 Tonnen weniger Sprit getankt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, geht aus Daten des größten österreichischen Tankstellenbetreibers BP Austria hervor.

Grund dafür waren laut BP Austria-Chef Hans Strassl vor allem die hohen Preise. Die Benzin- und Diesel-Preise in Österreich hatten erst vor gut einem Monat einen historischen Höchstwert erreicht. Ein Liter Superbenzin kostete Anfang April maximal 1,089 Euro, Diesel wurde mit einem Höchstpreis von 1,019 Euro erstmals über einen Euro gehandelt.

Der Benzin-Verbrauch ist im Zeitraum Jänner bis April um 11,5 Prozent zurückgegangen. Der Diesel-Verbrauch wuchs in den ersten vier Monaten 2005 nur noch um 0,2 Prozent. Der Benzin-Absatz war schon 2004 um 4,1 Prozent geschrumpft, bei Diesel wurde aber im Vorjahr noch um 2,8 Prozent mehr verkauft, wodurch der Treibstoffmarkt insgesamt im Vorjahr noch 0,9 Prozent gewachsen war.

Selbst der Tanktourismus habe die Rückgänge nicht mehr kompensiert. Während der Tanktourismus im Vorjahr in den Grenzregionen zu Deutschland noch 5 bis 6 Prozent mehr Geschäft gebracht hätten, sei das Wachstum mittlerweile abgeflacht. Die Preisabstand zu Deutschland werde bei Diesel immer kleiner. Längerfristig in diesen Regionen sogar wieder mit einem Umsatzrückgang zu rechnen, sagte BP-Tankstellen-Chef Werner Lohrberg. BP-Chef Strassl erwartet für den Rest des Jahres zumindest eine "Stabilisierung" des Marktes.

Die Bereinigung im Tankstellennetz geht unterdessen weiter: Im Vorjahr wurden österreichweit 37 Tankstellen zugesperrt, heuer sollen weitere Zapfsäulen stillgelegt werden. (apa)

30.5.2005 14:19