Montag, 30. Mai 2005

Studie des Verkehrsclub Österreich: Lkw-Verkehr kostet jeden 385 Euro pro Jahr!

  • Zudem Kostendeckung im Bahngüterverkehr 'miserabel'

Der Schwerverkehr in Österreich kostet der Allgemeinheit 3,1 Mrd. Euro pro Jahr und somit jeder Österreicherin und jedem Österreicher rund 385 Euro jährlich. Im Vergleich zum Gütertransport auf der Bahn ist der Lkw-Verkehr vier mal so teuer und verursacht dabei das 15-fache an Kohlendioxid-Emissionen, so das Ergebnis einer am Montag präsentierten Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

Gleichzeitig sei die Kostendeckung im Bahngüterverkehr "miserabel". Grund dafür laut VCÖ: Von der Politik verordnete Großprojekte, die die Bahnbetreiber nie verlangt hätten. Der VCÖ rechnet, dass der Lkw-Transit von 2003 auf 2015 um 84 Prozent zunehmen werde. Habe 1995 der Anteil der Straße am Güterverkehr 67 Prozent betragen, sei er 2002 bereits auf 72 Prozent angewachsen.

Demnach sei die fehlende Kostenwahrheit die Hauptursache dafür, dass der Lastwagen-Verkehr stärker wachse als die Wirtschaft. Dies würde letztendlich auch den Wirtschaftstreibenden schaden, schließlich habe Österreich vertragliche Verpflichtung zur Reduktion der Treibhausgase - würde dies nicht beim Verkehr geschehen, müsste die Wirtschaft ihre Emissionen mit teuren Umweltmaßnahmen reduzieren oder Emissionsrechte zukaufen, so VCÖ-Experte Wolfgang Rauh.

Insgesamt komme der Lkw-Verkehr in Österreich für nur 56 Prozent der Infrastrukturkosten aus. Externe Kosten wie Unfälle seien dabei nicht eingerechnet. Bei Berücksichtigung dieser Aufwendungen käme der Lkw auf allen Straßen gar nur auf eine Kostendeckung von einem Drittel.

Der VCÖ fordert als Konsequenz der Studie eine Lkw-Maut auf allen Straßen. Technisch würde sich dazu die Mautlösung der Schweizer oder Deutschen eignen. Weiters müssten neue Gleisanschlüsse für Betriebe forciert werden und die Nebenbahnen erhalten bleiben. Außerdem müsse der Dieselpreis auf das Preisniveau von Benzin angehoben werden. (apa)

30.5.2005 13:42