Freitag, 3. Juni 2005

WM-Qualifikation: Polen liefert sich keinen Umfaller gegen Schlusslicht Aserbaidschan

  • Nach 3:0 in Baku nun Tabellenführer unserer Gruppe 6
  • ÖFB-Chancen auf WM-Teilnahme deutlich gesunken

Polen hat am Samstag das Auswärtsspiel in der Fußball-WM-Qualifikation gegen Aserbaidschan problemlos 3:0 (1:0) gewonnen und damit in der Österreich-Gruppe 6 die Tabellenführung übernommen. Thomas Frankowski (28.), mit sechs Toren Leader der gruppeninternen Schützenliste, Tomasz Klos (57.) und Maciej Zurawski (79.) trafen vor 8.000 Zuschauern in Baku für die klar überlegenen Gäste. Österreichs Chancen auf einen Teilnahme an der WM 2006 in Deutschland sind damit deutlich gesunken.

Carlos Alberto Torres sorgte in seinem wohl letzten Spiel als Aserbaidschans Teamchef für einen Eklat, der Brasilianer flippte nach einem wegen Abseits zurecht aberkannten Kopfballtor durch Abdullajew aus, stürmte zunächst aufs Spielfeld und ohrfeigte schließlich auch noch den vierten UEFA-Offiziellen.

Der von seinen Kollegen nur mit Mühe zu bändigende Weltmeister 1970 wurde des Feldes verwiesen und sieht nun wohl einer längeren Sperre entgegen. Torres hatte zudem vor dem Match angekündigt, im Falle einer Niederlage gegen Polen als Teamchef abzutreten.

Auch die Fans in Baku waren mit der Leistung von Referee Alberto Undiano Mallenco aus Spanien alles andere als zufrieden, nach einer Stunde stürmte ein Zuschauer aufs Feld und zeigte dem Umparteiischen eine "Rote Karte".

Die Polen, bei denen Austria-Wien-Legionär Sebastian Mila bis zur 85. Minute bemüht und aktiv in Erscheinung trat, sind mit dem sechsten Sieg im siebenten Spiel an die Tabellenspitze gestürmt. Mit einem Spiel mehr auf dem Konto führen die Polen nun mit 18 Zählern vor England (16) und Österreich (11).

Mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor wäre für die Polen sogar eine Wiederholung des 8:0-Hinspielerfolges vom März in Warschau möglich gewesen. Aber auch so hat das Team von Nationalcoach Pawel Janas weiter hervorragende Karten für die WM-Teilnahme 2006. Ganz im Gegenteil zu Österreich, das vergebens auf einen Ausrutscher hoffte.

Die Österreicher bestreiten im Herbst gegen Polen (3. September), Aserbaidschan (7. September) und England (8. Oktober) drei Auswärtsspiele in Serie, ehe zum Abschluss Nordirland (12. Oktober) in Wien gastiert. Vor allem Siege gegen die Gruppenleader Polen und England sind nun für die Krankl-Truppe zur "Pflicht" geworden.

(apa)

3.6.2005 13:45