Donnerstag, 2. Juni 2005

"Habe von Klub nie ein Angebot erhalten":
Vastic stellt Austria kein gutes Zeugnis aus

  • Ex-Veilchen freut sich über neue Aufgabe beim LASK
  • Lob von Stöger: Trotz Vertragssituation kein Murren

Wie wichtig Ivo Vastic in den vergangenen zwei Jahren für Austria Magna war, das zeigte er auch in seinem letzten Spiel im violetten Dress. Der offensive Kreativ-Mann setzte im 71. ÖFB-Cup-Finale um die Stiegl-Trophäe im Happel-Stadion gegen Meister Rapid nicht nur spielerische Akzente, sondern stellte mit seinem Tor zum 2:1 auch die Weichen zum 24. Cup-Triumph des Vereins. Danach hieß es auch für ihn Abschied nehmen.

Der gebürtige Kroate geht eine Klasse tiefer, unterschrieb für den Red Zac-Erstligisten LASK einen Drei-Jahres-Vertrag. "Ich stehe voll hinter dieser Entscheidung, die ich auch aus familiären Gründen getroffen habe. Ich freue mich auf diese neue Aufgabe", sagte Vastic, der beim Stande von 0:1 die Latte getroffen hatte, nach dem Schlusspfiff. Die Mannschaft und die Fans werden ihn vermissen. Der Routinier ist noch topfit, hätte ohne weiteres noch ein Saison anhängen können.

An ihm selbst ist es nicht gelegen, dass er nun seine Siebensachen packt. "Seit vorigen August hatte man mir versprochen, mit mir zu reden. Aber das ist bis heute nicht passiert, ich haben von der Austria kein Angebot erhalten. Ich rede wenig, tue dafür aber sehr viel", erklärte Vastic mit einem Seitenhieb. Dazu Austria-Teammanager Peter Stöger: "Austria hat ihm eine Verlängerung für ein Jahr angeboten, aber er wollte etwas Längerfristiges."

Stöger spricht über seinen Ex-Mitarbeiter, den er aus seiner siegreichen Cup-Truppe dezitiert heraushob, in höchsten Tönen: "Ivo ist ein Top-Spieler und -Sportler. Frenkie Schinkels und ich haben im Training schon gesehen, wie er sich trotz seiner Vertragssituation verhalten hat." Stöger und Vastic waren lange Zeit auf dem Rasen Teamkollegen. Sie spielten gemeinsam u.a. in der ÖFB-Auswahl bei der WM-Endrunde 1998 in Frankreich.

Nach nur acht Spielen (sechs Siege, zwei Remis, 19:5 Tore) gehen sie jetzt wieder getrennte Wege. Ivo, der im Sommer 2003 nach nur einem Jahr in Japan (Nagoya Grampus) nach Favoriten geholt und anfänglich von einem Teil der Fans nicht gleich akzeptiert worden war, verlässt die Veilchen mit einem Erfolgserlebnis. "Obwohl es nach dem schnellen Rückstand nicht einfach war. Doch wir haben mehr Willen gezeigt, um zu gewinnen".

Mit seinem "gewollten Kopftreffer" ("Tor ist Tor") hat er noch einmal sein violettes Scherflein dazu beigetragen und auch sonst bewiesen, dass er durch und durch ein Vollprofi ist, dem das Geld nicht mehr das Wichtigste ist. Nun warten in Linz neue Perspektiven, ein Traditionsverein, der wieder nach oben will. Und was ist mit Ivos Teamkarriere? Das müsse Hans Krankl entscheiden. Es wurden schon vor Ivo Spieler aus der zweiten Klassen ins Nationalteam berufen. (apa/red)

2.6.2005 10:58