Mittwoch, 1. Juni 2005

Nach Horror-Crash von Räikkönen: Alex Wurz verteidigt riskante McLaren-Strategie

  • 'Es ging um den Sieg, ich wäre auch draußen geblieben'
  • Formel-1-Zukunft des Österreichers steht in den Sternen

Kimi Räikkönen ist in der Formel-1-WM zum ersten Herausforderer des klar führenden Spaniers Fernando Alonso geworden. Der spektakuläre Unfall am Nürburgring hat ihn zwar einen weiteren Sieg gekostet, Testpilot Alexander Wurz verteidigt aber die riskante Strategie von McLaren-Mercedes, den Finnen trotz eines Reifenproblems nicht an die Box zu holen.

"Es war eine schwierige Entscheidung. Aber es ging um den Sieg, ich wäre auch draußen geblieben", sagt der Niederösterreicher. Seit dieser Saison muss ein Satz Reifen für Training und Rennen halten, getauscht werden dürfen die Räder nur bei eindeutiger Beschädigung. Das führt zu haarigen Situationen wie am Sonntag beim führenden Räikkönen, dessen plattgebremster Vorderreifen die Aufhängung rechts vorne in der vorletzten Runde bei fast 300 km/h zum Explodieren gebracht hatte.

Wurz hat prinzipiell kein Problem mit dieser neuen Regel, die Kosten sparen und die Rennen wieder spannender machen soll. "Mit einem Satz Reifen durchzufahren ist an sich okay, man muss halt das Eigenrisiko abwägen. Der Fall von Kimi hat aber auch gezeigt, dass das mitunter echt sehr gefährlich sein kann. Da muss man sich klarere Definitionen überlegen, was ein kaputter Reifen ist."

Wurz hofft nun, dass Räikkönens Out nicht vorentscheidend gewesen sei. "Kimi ist in Superform, bei ihm passt derzeit alles zusammen." Für Ferrari laufe hingegen die Zeit definitiv ab. Wurz: "Wenn sie es in den nächsten ein, zwei Rennen nicht drehen können, werden sie wohl nicht mehr in den WM-Kampf eingreifen können."

Der Testpilot selbst ist dank Platz drei in Imola als Montoya- Ersatz zweiterfolgreichster Silberpfeil-Pilot, seine Formel-1-Zukunft steht aber in den Sternen, weil der Testfahrer-Vertrag mit Jahresende abläuft. "Die Formel 1 ist ein Mediensport. Meine Freitag- Fahrten und das eine Rennen halten einen medial am Leben. Ob ich daraus Nutzen ziehen kann, wird man sehen."

(apa)

1.6.2005 11:03
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts