Das "Wunderkind" hat es geschafft: Nadal gewinnt die French Open im ersten Anlauf!
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- Erster Linkshänder-Triumph seit Musters Sieg 1995
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Federer strikt dagegen, Scharapowa begeistert
Rafael Nadal kam, sah und siegte. Als erster Tennisspieler seit Mats Wilander 1982 hat der junge, wilde Spanier gleich bei seinem Debüt in Paris die French Open gewonnen. Nun rüttelt der Teenager sogar am Thron des Schweizers Roger Federer. Am Sonntag, zwei Tage nach seinem 19. Geburtstag, bezwang das als Nummer vier gereihte Tennis-Wunderkind mit 6:7 (6),6:3,6:1,7:5 den ungesetzten Argentinier Mariano Puerta, der wie Nadal sein erstes Grand-Slam-Finale bestritt.
Nadal musste im packenden Herren-Endspiel viel länger und schwerer arbeiten, ehe er im Beisein des begeisterten spanischen Königspaars aus den Händen des französischen Fußball-Stars Zinedine Zidane den Siegerpokal und einen Scheck über 880.000 Euro in Empfang nehmen durfte. Es war zugleich der erste Erfolg eines Linkshänders beim Grand-Slam-Turnier in Frankreich seit dem Steirer Thomas Muster 1995. Das war allerdings schon vor dem Endspiel fest gestanden, weil auch Puerta mit links schlägt.
Alleine der erste Satz der beiden Sandplatz-Experten dauerte 72 Minuten. Der 26-jährige Puerta leistete trotz einer Verletzung am rechten Oberschenkel erbitterten Widerstand, konnte das Husarenstück seines im Vorjahr ebenfalls ungesetzten Landsmannes Gaston Gaudio aber nicht wiederholen, sich jedoch mit 440.000 Euro trösten.
Nach 3:24 Stunden verwandelte Nadal den Matchball im ersten French-Open-Endspiel zweier Linkshänder, warf sich mit ausgestreckten Armen und Beinen in den roten Sand und stürmte dann zur Ehrentribüne, wo er sich die Glückwünsche von König Juan Carlos abholte und seinen Eltern, Onkeln und Tanten in die Arme fiel. "Dieser Sieg ist unglaublich", sagte Nadal, der seinen Tränen freien Lauf ließ. "Ich möchte mich ganz besonders bei meinem Onkel Toni bedanken. Er war mein Trainer von Anfang an, und ohne ihn wäre ich nicht hier."
Nadal hat sich mit sechs Turniersiegen 2005 und nur zwei Niederlagen in 40 Matches nicht nur den Titel des Sandplatz-"Königs" der Saison gesichert. In der Jahresweltrangliste hat der muskelbepackte Mallorquiner inzwischen mit Federer, den er im Halbfinale mit 6:3,4:6,6:4,6:3 bezwang, gleichgezogen.
Jetzt will sich der Teenager, der bei insgesamt sieben Turniererfolgen hält, auch im Rasen-Reich der Nummer eins breit machen. "Eines Tages möchte ich Wimbledon gewinnen", sagte Nadal kühn, aber nicht ohne Respekt vor dem Schweizer: "Federer ist für mich der beste Spieler der Welt, deshalb ist es ja so erstaunlich, dass ich gegen ihn gewinnen konnte."
(apa/red)
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