Ronaldo will nicht kicken: Urlaubsreifer Superstar aus Brasiliens Kader entlassen
- Nein zum Confed-Cup hat Auswirkungen auf WM-Quali
- Teamchef: "Brauche Spieler mit voller Konzentration"
Wirbel im Lager von Weltmeister Brasilien: Weil Ronaldo den Confederations Cup in Deutschland (15. bis 29. Juni) nicht bestreiten, sondern stattdessen Urlaub machen will, wurde der Stürmer am Montagabend auch aus dem Kader für die wichtigen WM-Qualifikationsspiele gegen Paraguay (5. Juni) und Argentinien (8. Juni) entlassen.
Medien interpretierten die Entscheidung von Teamchef Carlos Alberto Parreira als "Strafe". Es wurde sogar über die Möglichkeit spekuliert, dass der Star in Diensten von Real Madrid seinen Platz im Aufgebot für die WM-Endrunde im kommenden Jahr ebenfalls in Deutschland verlieren könnte.
Parreira hatte die Entscheidung in Rio de Janeiro nach einem 40-minütigen Telefongespräch mit Ronaldo getroffen. "Ich brauche jetzt Spieler, die mit voller Konzentration und Kraft bei der Sache sind. Weil Ronaldo sich müde fühlt und nicht im Confed Cup eingesetzt werden wollte, habe ich ihn in einen längeren Urlaub geschickt", erklärte Parreira. Der Coach beteuerte aber, es handele sich um keine Strafe. Ronaldo sei ein wichtiger Spieler und habe alle Chancen auf einen Einsatz im zweiten Halbjahr und bei der WM.
Der Weltmeister vermochte unterdessen laut der Online-Ausgabe der Zeitung "O Globo" seine Enttäuschung nicht zu verbergen. "Parreira hat mir aber zugesichert, dass es sich um keine Strafe handelt. Ich werde nun meinen Urlaub genießen und kämpfen, um wieder in das Nationalteam berufen zu werden", sagte der 28-Jährige.
Superstar wettert gegen den Verband
Ronaldo hat bisher an allen WM-Qualifikationsspielen der "Selecao" teilgenommen und führt mit acht Treffern die Torschützenliste des südamerikanischen Turniers an. Ronaldo sagte gegenüber Freunden, die Entscheidung, ihn auszuschließen, sei in erster Linie nicht von Parreira, sondern vom Nationalverband (CBF) und dessen Präsident Ricardo Teixeira getroffen worden.
"Ich wollte gegen Paraguay und Argentinien spielen und mich dann ausruhen". Er habe zuletzt eine sehr schwere Zeit durchgemacht", meinte Ronaldo in Anspielung auf das Ende seines Verhältnisses mit dem Model Daniela Cicarelli, das kurz zuvor ein gemeinsames Kind im dritten Schwangerschaftsmonat verloren hatte.
Aus CBF-Kreisen verlautete, mit der Entscheidung habe man einen Domino-Effekt und noch größere Unruhe innerhalb des Kaders vermeiden wollen. Wenn Ronaldo in der WM-Quali und nicht im Confed Cup eingesetzt worden wäre, wie es sein Wunsch war, hätten auch andere Spieler ähnliche Forderungen gestellt, hieß es.
Am Dienstag begann die Auswahl in der Berggemeinde Teresopolis unweit von Rio die Vorbereitung auf die Qualifikationsspiele und auf den Confed Cup beginnen. In der WM-Quali liegt Brasilien auf Platz zwei hinter Argentinien. Die Erzrivalen treffen am 8. Juni in Buenos Aires aufeinander. Die vier Erstplatzierten qualifizieren sich direkt für die WM 2006. (apa/red)
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