CDU/CSU-Sitzung in Berlin: Merkel als gemeinsame Kanzlerkandidatin nominiert!
- Annahme erfolgt auf Vorschlag von CSU-Chef Stoiber
- Formelle Abstimmung gab es bei der Sitzung keine
·Umfrage: Merkel erstmals vor Kanzler
CDU-Chefin schlägt Schröder mit 50:44 Prozent
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Parteien wollen Menschen auf Einschnitte vorbereiten
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SPD-Chef Harald Schartau gibt den Landesvorsitz ab
·83% rechnen mit Regierungswechsel!
Schröder nach Neuwahlen wohl nicht mehr im Amt
·Ein Linksbündnis würde 8% bekommen
Oskar Lafontaine würde Partei "personifizieren"!
CDU-Vorsitzende Angela Merkel ist - wie zu erwarten war - jetzt auch offiziell die gemeinsame Kanzlerkandidatin der deutschen Unionsparteien CDU und CSU. Als erste Frau wird sie damit die Herausforderin von Gerhard Schröder (SPD) bei der für Mitte September geplanten Neuwahl des Deutschen Bundestags. Bei einer gemeinsamen Sitzung der Unionsspitze schlug der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber am Montag in Berlin die CDU-Chefin vor. Er war selbst 2002 Kanzlerkandidat. Die Nominierung wurde mit großem Beifall quittiert, eine formelle Abstimmung war nicht notwendig.
Merkel hatte vor der Bundestagswahl 2002 Stoiber nach einem internen Machtpoker den Vortritt bei der Kandidatur gelassen. Union und FDP waren damals nur knapp gescheitert. Die Nominierung Merkels galt vor allem seit dem kürzlich eingefahrenen Wahlsieg der CDU in Nordrhein-Westfalen als unumstritten.
"Wir sichern Ihnen die volle Unterstützung zu"
Merkel habe das volle Vertrauen und die volle Unterstützung von CDU und CSU, betonte Stoiber. Merkel und er hätten sich im Verlauf der vergangenen Wochen auf die Kandidatur verständigt. "Wir sichern Ihnen die volle Unterstützung zu." Die CSU werde die gleiche Einigkeit garantieren, wie er sie als Kanzlerkandidat 2002 durch Merkel gehabt habe, fügte er hinzu. "Ich werde alles tun, damit Sie die erste Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland werden."
Die Kanzlerkandidatin kündigte unmittelbar nach ihrer Nominierung eine große Steuerreform nach einem Wahlsieg an. Weitere Ziele einer unionsgeführten Regierung seien der Abbau von Bürokratie und die stärkere Abkoppelung der Sozialbeiträge von den Löhnen, eine grundsätzliche Reform der Pflegeversicherung und der Abbau der Massenarbeitslosigkeit. Das Wahlprogramm dazu werde am 11. Juli vorgestellt.
Merkel: Kein "Wettbewerb um Eitelkeiten"
Merkel, die seit dem Jahr 2000 als Nachfolgerin von Wolfgang Schäuble an der Spitze der CDU steht, will keine zugespitzte Auseinandersetzung ausschließlich zwischen dem Kanzler und ihr. "Die Menschen haben viel zu große Sorgen, als dass es einen Wettbewerb um Eitelkeiten geben könnte", sagte sie dem Münchner Nachrichtenmagazin "Focus".
Die Kanzlerkandidatin wolle vor allem mehr Arbeit für die Menschen schaffen. Notwendig sei eine "Agenda Arbeit", sagte sie nach ihrer Nominierung. Rot-Grün habe dies nicht geschafft. Arbeit brauche Wachstum und Wachstum brauche Freiheit, unterstrich Merkel. Deutschland müsse so viel besser sein, wie es teurer sei. Die Werte von Demokratie und sozialer Marktwirtschaft müssten sich auch in der Globalisierung behaupten. (apa/red)
