Präsidentenwahl in Ungarn: Keine Entscheidung nach erster Runde
- Fidesz nahm überraschend an Abstimmung nicht Teil
- 2. und eventuell 3. Wahl-Runde erfolgt am Dienstag
Die erste Runde der Wahl des ungarischen Staatspräsidenten, bei der eine Zwei-Drittel-Mehrheit der 386 Parlamentsabgeordneten erforderlich ist, hat am Montag kein Ergebnis gebracht. Anstelle der erforderlichen 258 Stimmen erhielt die Kandidatin der regierenden Sozialisten (MSZP), Parlamentspräsidentin Katalin Szili, 183 der 196 gültig abgegebenen Stimmen. Der Kandidat der konservativen Opposition, Laszlo Solyom, Ex-Präsident des Verfassungsgerichtes, konnte 13 Stimmen auf sich vereinen.
Die Fraktion des kleinen liberalen Koalitionspartners SZDSZ und auch die Fraktion des oppositionellen Fidesz-Ungarischen Bürgerverbandes enthielten sich allerdings der Stimme. Politologen bezeichnen das Fidesz-Verhalten als Probeabstimmung für den eigenen Kandidaten Laszlo Solyom. Damit wollte man sehen, wieviele Stimmen Solyom auch ohne Fidesz erhalten würde.
Damit wird die Präsidentenwahl am Dienstag mit einer zweiten und dritten Runde fortgesetzt. Während in der zweiten erneut die Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich ist, reicht in der dritten Runde die einfache Mehrheit der anwesenden Abgeordneten. (apa/red)
