Saddam wird bald der Prozess gemacht: Beginn in nächsten zwei Monaten möglich
- Anklage soll sich auf zwölf Punkte konzentrieren
- Riesiges unterirdischen Rebellenversteck entdeckt
·Ex-Diktator in weißer Feinripp-Unterhose
Mai 2005: Schnappschuss
von Saddam aufgetaucht
Der Prozess gegen den irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein soll sich nach Angaben der Regierung in Bagdad auf zwölf Anklagepunkte konzentrieren. Zwar könnten gegen den gestürzten Staatschef bis zu 500 Anklagen geltend gemacht werden, sagte am Sonntag Regierungssprecher Laith Kuba. Ein Verfahren zu so vielen Straftaten würde den Prozess aber nur unnötig in die Länge ziehen. Der Regierungssprecher deutete an, dass der Prozess innerhalb der nächsten zwei Monate beginnen könnte.
Der Vorsitzende Richter in dem Prozess, Raid Juhi, sagte Saddam Hussein würden die Ermordung politischer Gegner, Giftgasangriffe auf Kurden, der Überfall auf Kuwait und die Unterdrückung kurdischer und schiitischer Aufstände vorgeworfen.
Juhi erklärte in einem Interview der in London erscheinenden Zeitung "Asharq al Awsat", die Moral Saddam Husseins sei gesunken, seit dieser von der umfangreichen Anklagen gegen ihn erfahren habe. Saddam Hussein werde in einigen Punkten allein, in anderen zusammen mit weiteren Angeklagten vor Gericht gestellt werden. Auch Juhi hält einen Prozess-Beginn in den kommenden zwei Monaten für möglich.
Riesiges unterirdisches Rebellenversteck entdeckt
Amerikanische und irakische Soldaten haben im Irak US-Medienberichten zufolge ein riesiges unterirdisches Waffenversteck von Ausständischen ausgehoben. Wie der Sender CNN unter Berufung auf das US-Militär berichtete, ist der Bunker so groß wie 14 Fußballfelder. In dem rund 45.000-Quadratmeter umfassenden Labyrinth seien große Mengen an Waffen und Munition gefunden worden. Es sei das seit einem Jahr größte entdeckte Waffenlager.
Eingang hinter Kühlschrank
Rebellen seien in dem Stollensystem nicht gefasst worden. Doch sei der Unterschlupf kürzlich noch benutzt worden, sagte eine US-Militärsprecherin. In dem Bunker befänden sich zwei komplett eingerichtete Wohnquartiere, zwei Duschen sowie eine Klimaanlage. In der Küche hätten noch frische Lebensmittel gelegen. Der Unterschlupf sei von einer Patrouille am vergangenen Donnerstag in einem alten Steinbruch in der Wüste nördlich von Karmah nahe der westirakischen Stadt Falluja aufgespürt worden. Der geheime Eingang habe sich in einem verlassenen Gebäude hinter einem großen Kühlschrank befunden. Noch sei unklar, ob der Stollenbunker bereits unter dem Saddam-Regime oder erst von den Rebellen gebaut worden sei.
(apa/red)
