Landesweite Proteste: Gaza-Abzugsgegner
versperren öffentliche Gebäude in Israel!
- Mit Sekundenkleber und Ketten gegen "die Deportation"
Rechtsgerichtete israelische Gegner des Abzugs aus dem Gaza-Streifen haben am Sonntag mit einer spektakulären Aktion auf sich aufmerksam gemacht. Mit Sekundenkleber und Ketten versperrten sie nach Polizeiangaben eine Reihe öffentlicher Gebäude und setzten damit ihre angekündigten landesweiten Proteste gegen den Plan von Ministerpräsident Sharon fort.
Israelische Medien berichteten, eine bisher nicht identifizierte Siedlergruppe habe erklärt, am ersten Arbeitstag der Woche 150 öffentliche Einrichtungen versperrt zu haben. Darunter ist nach Polizeiangaben auch ein Amt, das den rund 9000 Siedlern aus den 21 Enklaven im Gaza-Streifen und vier im Westjordanland Entschädigungen zahlen soll. Das zweite israelische Fernsehen zeigte Menschenschlangen vor einem Gebäude des israelischen Innenministeriums in einem Vorort von Tel Aviv. An der Tür klebte ein Plakat mit der Aufschrift: "Wir sollten die Deportation nicht zulassen".
Die Mehrzahl der Siedler im Gaza-Streifen hat passiven Widerstand gegen die Räumung angekündigt. Unterstützergruppen, zumeist rechtsgerichtete Jugendliche, hatten landesweite Proteste gegen den Entflechtungsplan der Regierung angekündigt. Schon in den vergangenen Wochen hatten sie Reifenstapel angezündet und Straßen blockiert. Dem Israelischen Hörfunk zufolge hat die Polizei am Samstagabend 15 Israelis festgenommen, die die wichtigste Autobahn zwischen Jerusalem und Tel Aviv blockiert hatten.
Israels Ministerpräsident Sharon und der palästinensische Präsident Abbas wollen im Juni unter anderem über die Koordinierung des für August geplanten israelischen Abzugs aus dem Gaza-Streifen beraten. Bei ihrem Treffen im Februar hatten beide Seiten eine Waffenruhe ausgerufen. (apa)
