Nach Lkw-Unfall: Der Frejus-Tunnel bleibt nach Brand für einige Monate geschlossen
- Die Sicherheit des Tunnels soll verbessert werden
Der zu den wichtigsten Straßenverbindungen zwischen Frankreich und Italien zählende Frejus-Tunnel bleibt nach dem Brand vom Samstag für längere Zeit geschlossen. Bei dem Unglück waren nach Angaben der italienischen Polizei zwei Männer aus der Slowakei und Slowenien ums Leben gekommen. Gilbert Santel, Vorsitzender des Unternehmens, das für die französische Seite des Tunnels zuständig ist, sprach von einer Sperrung für "etliche Monate".
Italiens Verkehrsminister Pietro Lunardi erklärte, er werde sich wegen der enormen wirtschaftlichen Bedeutung der Strecke um eine "schnelle Lösung" bemühen. Er traf seinen französischen Amtskollegen Dominique Perben am Unfallort und sagte nach dem Gespräch: "Wir werden gemeinsam an einem Konzept zur Verbesserung der Sicherheit des Tunnels arbeiten". Den Angaben nach passierten bisher pro Werktag rund 3.800 Lastwagen den Tunnel.
Ein Polizeisprecher bestätigte unterdessen, dass die Zahl der Opfer nicht weiter gestiegen ist. Alle Nischen in dem Tunnel seien überprüft worden. Über Verletzte machte er keine Angaben. Die Nachrichtenagentur Ansa hatte zuvor gemeldet, mindestens 20 Menschen seien mit schweren Rauchvergiftungen gerettet worden. Eines der beiden Todesopfer war mehr als einen halben Kilometer durch den Tunnel gerannt, um den Flammen zu entkommen. Weil er zu viel Rauch eingeatmet habe, sei er jedoch zusammengebrochen, berichtete Ansa weiter.
Motor von Lkw war in Brand geraten
Rettungskräften zufolge kämpfte die Feuerwehr sieben Stunden lang bei Temperaturen um 600 Grad Celsius gegen Flammen und Rauch, nachdem ein mit Reifen beladener Lastwagen am Samstagnachmittag in dem 13 Kilometer langen Tunnel Feuer gefangen hatte. Nach Angaben der Polizei war der Motor des Fahrzeugs in Brand geraten, danach griff das Feuer auf zwei weitere Lastwagen über. Der Tunnel war wegen der großen Hitze und starken Rauchs bis zum Morgen kaum zugänglich gewesen.
Der Frejus-Tunnel ist die wichtigste Straßenverbindung zwischen den Großstädten Turin und Lyon. Er liegt unweit der Sportstätten, in denen im kommenden Jahr in den italienischen Alpen die Olympischen Winterspiele stattfinden sollen. Erst 1999 waren bei einem Brand in dem rund 100 Kilometer weiter nördlich gelegenen Montblanc-Tunnel 39 Menschen ums Leben gekommen. Den Behörden zufolge hatte das Feuer im Frejus-Tunnel jedoch bei weitem nicht das Ausmaß wie jenes im Montblanc-Tunnel. (apa)
