Deutliche Worte: US-Verteidigungsminister
Rumsfeld warnt vor Aufrüstung Chinas
- Das prekäre Gleichgewicht in Asien sei gefährdet
- China: Sich fragen ob Rumsfeld glaubt was er sagt
Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld China vorgeworfen, weitaus mehr Geld für seine Rüstung auszugeben als es offiziell angibt. Die Volksrepublik habe die höchsten Militärausgaben in Asien, weltweit stehe sie an dritter Stelle, sagte Rumsfeld am Samstag auf einer internationalen Sicherheitskonferenz in Singapur unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Studie seines Ministeriums.
Er frage sich nach dem Beweggrund für diese Aufrüstung, da China zurzeit von keinem Staat bedroht werde, sagte der US-Minister weiter. Rumsfeld warnte, das chinesische Streben nach größerer militärischer Macht könnte das prekäre Gleichgewicht in der Region zerstören.
China weist Vorwürfe ebenso scharf zurück
China hat die Vorwürfe zurückgewiesen, die US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Samstag auf einer asiatisch-pazifischen Sicherheitskonferenz in Singapur gegen die Führung in Peking erhoben hat. Man müsse sich fragen, ob Rumsfeld tatsächlich glaube, was er sage, wenn er behaupte, dass China "von keinem Staat bedroht" würde, erklärte Regierungssprecher Cui Tiankai, der die chinesische Konferenzdelegation leitet, in Singapur. An der dreitägigen Konferenz nehmen Vertreter von 20 Ländern teil.
Die Volksrepublik hatte Anfang des Jahres einen Anstieg seiner Verteidigungsausgaben um 12,6 Prozent auf 29,5 Milliarden Dollar (24,0 Mrd. Euro) angekündigt. Experten vermuten jedoch seit langem, dass die Führung in Peking grundsätzlich die wahre Höhe seiner Rüstungsausgaben verschweigt. Sie schätzen den Verteidigungsetat auf bis zu 78 Milliarden Dollar. Die USA gaben im vergangenen Jahr 430 Milliarden für Verteidigung aus. (apa)
