Mittwoch, 1. Juni 2005

Rund 70 Anschläge pro Tag im Irak: Im Mai so viele Autobomben gezündet wie noch nie

  • Höchste Anzahl der getöteten US-Soldaten im Mai
  • Plus: Selbstmordattentat auf Bagdads Flughafenstraße

Seit April verdoppelte sich die Zahl der Anschläge Aufständischer auf landesweit rund 70 pro Tag. Die Rebellen hätten im Mai so viel Autobomben eingesetzt wie in keinem Monat zuvor, sagte der Sprecher. Nach den Wahlen zur konstituierenden Nationalversammlung am 30. Jänner sei bis Mitte April ein Rückgang der Gewalttaten zu verzeichnen gewesen.

Die Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten ist nach Armeeangaben im Mai auf den höchsten Stand seit Beginn des Jahres gestiegen. Im vergangenen Monat seien 77 US-Soldaten getötet worden, sagte ein Armeesprecher am Mittwoch in Bagdad. Im Jänner lag die Zahl bei 107 und war im März auf 36 zurückgegangen, den niedrigsten Stand seit Beginn des Irak-Feldzugs im März 2003.

Die USA haben 139.000 Soldaten, Großbritannien und andere Länder zusammen rund 23.000 Soldaten im Irak stationiert.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York hat das Mandat für die multinationale Truppe im Irak verlängert. Zugleich wurde in der einstimmig verabschiedeten Erklärung die Hoffnung geäußert, dass die irakischen Sicherheitskräfte in Zukunft eine größere Rolle spielen und bald ganz die Verantwortung für die Sicherheit des Landes übernehmen könnten.

Der irakische Außenminister Hoshyar Zebari sagte, noch könnten die irakischen Sicherheitskräfte das Land nicht gegen den bewaffneten Aufstand von Resten des Baath-Regimes von Saddam Hussein und einigen Ausländern verteidigen. Die Wahlen vom 30. Jänner hätten aber gezeigt, dass sich das irakische Volk nicht einschüchtern lasse.

Selbstmordattentat auf Bagdads Flughafenstraße
Bei einem Selbstmordanschlag auf einen US-Kontrollpunkt am Flughafen Bagdad sind am Mittwoch nach ersten Informationen mindestens sieben Menschen verletzt worden. Ein Autofahrer sei zu dem Posten gefahren und habe das Fahrzeug zur Explosion gebracht, teilte ein Polizeisprecher mit. Bei den Verletzten handelt es sich um Mitarbeiter der irakischen Fluggesellschaft. Nach Augenzeugenberichten sollen allerdings mehrere Menschen ums Leben gekommen sein.

(apa/red)

1.6.2005 14:53