Dummer "Bubenstreich": Jugendliche zünden selbst gebastelte "Megabombe"
- Koblach: Explosion grub drei Meter tiefen Krater in Wiese
- HTL-Schüler blieben aber unverletzt
Sechs Vorarlberger HTL-Schüler im Alter von 16 und 17 Jahren haben in der Nacht auf Samstag in Koblach (Bezirk Feldkirch) eine selbst gebastelte Rohrbombe gezündet. Die Detonation der "Megabombe" (O-Ton der Gendarmerie) war noch in einem Kilometer Entfernung spürbar, der Knall im gesamten Ortsgebiet zu hören.
Es entstand ein drei Meter tiefer Krater mit einem Durchmesser von bis zu sechs Metern, angeblich wurde das Erdreich bis zu 40 Meter hoch in die Luft gesprengt. Die unverletzt gebliebenen Jugendlichen "können ihren zweiten Geburtstag feiern", sagte ein ermittelnder Gendarm am Samstagvormittag gegenüber der APA.
Die sechs Jugendlichen aus dem Raum Feldkirch und Bludenz begannen ihre Experimente in der Nacht auf Samstag mit einer kleineren Rohrbombe. Nachdem ihnen die Sprengung eines rund 60 Zentimeter langen und Eisenrohrs mit vier Zentimeter Durchmesser allerdings offenbar zu wenig spektakulär war, bastelten sie eine "Megabombe".
Für den zweiten Versuch nahmen sie ein ebenfalls 60 Zentimeter langes Eisenrohr zur Hand, das bei einer Wandstärke von vier Millimetern jedoch einen Durchmesser von 30 Zentimetern aufwies. Dieses befüllten sie mit Unkraut-Ex und Staubzucker und verschlossen das Rohr an beiden Enden mit Eisenplatten. "Die Burschen hatten Riesenglück, dass die Bombe nicht schon beim Anmischen hochging", so der Gendarmeriebeamte.
Anschließend gruben die Jugendlichen die Rohrbombe in einer Feuchtwiese in der Parzelle "Höller" ein und zündeten sie über eine zwei Meter lange Zündschnur. Die Detonation der Bombe gegen 21.45 Uhr war im gesamten Ortsgebiet hör- bzw. spürbar.
"Ich bin seit 20 Jahren bei der Gendarmerie, so etwas ist mir aber noch nicht untergekommen", sagte der Gendarm. Außer dem entstandenen Flurschaden wurde kein weiterer Sachschaden festgestellt. Die Spurensicherung wurde von Beamten des Entschärfungsdienstes des Bundesministeriums und der Kriminalabteilung durchgeführt.
Die sechs Jugendlichen waren laut Gendarmerie bisher nicht aufgefallen. Der Ideengeber habe allerdings schon als Zwölfjähriger "experimentiert", bis es ihm seine Eltern verboten hätten. Nach Gendarmerie-Angaben werden die sechs Burschen angezeigt.(apa/red)
