Samstag, 4. Juni 2005

Keine Präferenz von ÖVP oder SPÖ: Van der Bellen will zwei Perioden regieren!

  • Grünen-Chef kritisch zu Grasser-Privatleben-Debatte
  • Frauen- und Umweltthemen haben oberste Priorität

Der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen hat am Samstag die Regierungsbereitschaft seiner Partei bekräftig. Angestrebt werde eine Koalition auf zwei Perioden, da sich Erfolg in vielen Bereichen - etwa dem Schulwesen - nicht kurzfristig einstelle, so Van der Bellen.

Er zeigte sich weiter um Äquidistanz zwischen ÖVP und SPÖ bemüht. Klar sei aber, dass man bei etwaigen Koalitionsverhandlungen nicht für alles offen sein könne, da man ansonsten die Identität verlieren würde. Bei Frauen- und Umweltthemen würde man sich sicher nicht "über den Tisch ziehen" lassen, sagte Van der Bellen im Radio-"Mittagsjournal".

Kritisch äußerte sich der Grünen-Chef zur jüngsten Debatte über das Privatleben von Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Er warnte davor, dass durch derartige Berichte "tendenziell ein Damm gebrochen" werden könnte. Es könne auf Seiten der Medien ein Druck entstehen, sich auch für das Privatleben anderer Politiker zu interessieren. Das halte er aber für "ganz falsch", meinte Van der Bellen. Freilich sei Grasser im konkreten Fall "nicht ganz unschuldig", weil er an der Entwicklung mit der Veröffentlichung von Kinderfotos und ähnlichem mitgewirkt habe. (apa)

4.6.2005 14:00