Freitag, 3. Juni 2005

Schwere Haider-Attacke auf Kärnten-SPÖ: LH spricht von "stalinistische Methoden"!

  • Ansprache bei 50-Jahr-Feier der Kärntner Freiheitlichen
  • Ärger über SP-Forderung nach Rücktritt von Freunschlag

Äußerst schwere Angriffe hat der Kärntner Landeshauptmann Haider Freitagabend an den Koalitionspartner SPÖ gerichtet. In seiner Festansprache anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kärntner Freiheitlichen in Klagenfurt bezeichnete er die Forderung der SPÖ nach einem Rücktritt von Landtagpräsident Freunschlag, als "stalinistische Methoden".

"Wir haben keine Schuld, die wir mit uns herumtragen und da sitzen keine Nazischergen, sondern Menschen, die auf einer soliden demokratischen Grundlage leben", betonte Haider. Er bezog sich damit auf den Umstand, dass die SPÖ trotz der Entschuldigung Freunschlags im Landtag am Donnerstag auf dem Rücktritt des Präsidenten beharrte. Fehler seien jedem Menschen gestattet, aber man sollte nicht jedes Mal "die Moralkeule auspacken, den Betroffenen niederknüppeln und vom Amt verjagen".

Haider sagte weiter: "Wir leben in einer Demokratie, wo auch die Freiheit der Meinungsäußerung etwas gelten muss." Ausgrenzung, auch eine geistige, sei aber nie ein demokratisches Instrument gewesen. Eine solche habe nämlich die Erste Republik zerstört und die Diktatur gebracht, betonte Haider. Der SPÖ gab er den Rat, sich daran zu erinnern, "welchen sie allen zugejubelt und wen sie integriert haben", bis hin zu "höhergradigen Hitlerjungen".

Die bisher schwersten Angriffe Haiders gegen den Koalitionspartner dürften innerhalb der SPÖ für heftige Diskussionen sorgen. Federführend beim Beharren der Forderung nach dem Rücktritt Freunschlags waren nämlich Klubchef Karl Markut und Landesrätin Gaby Schaunig, während sich Parteichef LHStv. Peter Ambrozy gemeinsam mit Haider zu einem Besuch des Dalai Lama in Indien aufgehalten hatte. Nach seiner Rückkehr am Freitag hatte sich Ambrozy in dieser Sache auch zurückhaltender gezeigt. (apa)

3.6.2005 22:29