Fest für Schüssel in der Hofburg: Kanzler wünscht sich zum 60er geeintes Europa
- Viele prominente Künstler und Politiker als Gratulanten
- PLUS: Biographie, Bilanz & Bilder der Geburtstagsfeiern
·Kanzler-Geburtstag:
Schüssel feiert 60er!
Party-BILDER: Fischer gratuliert mit Mini-Cello
·Wolfgang Schüssel: Das große Porträt!
Biographie und politische Laufbahn des Kanzlers
·NEWS: Schüssels Bilanz zum Sechziger
Wo steht die Karriere des Bundeskanzlers heute?
·Schüssel wird 60: Bilanzen & Wünsche
Das schreiben Freunde & Konkurrenten dem Kanzler
Geburtstagskind Wolfgang Schüssel (V) hat sich bei seinem Fest in der Wiener Hofburg Sonntagnachmittag zum Jubiläum zwei Sachen gewünscht. Das größere davon war der Wunsch nach einem geeinten friedlichen Europa. Der zweite Wunsch des Bundeskanzlers dürfte einfacher zu bewerkstelligen sein, nämlich eine neue Beleuchtung für den Großen Redoutensaal in der Wiener Hofburg.
Seine Partei hatte für das Fest viele prominente Künstler eingeladen, darunter Kammersängerin Agnes Baltsa, den Pianisten Rudolf Buchbinder und den Vorstand der Wiener Philharmoniker, Clemens Hellsberg. Die ehemalige Präsidentin der Oesterreichischen Nationalbank Maria Schaumayer bot in ihrer Laudatio einen Überblick über das Leben Wolfgang Schüssels von der Geburt an bis heute. "Du bist nun gleich alt wie die Republik und siehst auch endlich gleich alt
aus", scherzte Schaumayer.
Von seiner Partei bekam Schüssel neben dem musikalischen Abend auch ein Bild von Josef Mikl. Von den Landeshauptleuten wurde ein Scheck über 15.000 Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld ist für ein Projekt des Jesuitenpaters Georg Sporschill, der damit ein Projekt für Straßenkinder in Rumänien finanziert.
Der Kanzler bedankte sich für all die Aufmerksamkeiten und rief dazu auf, die richtigen Weichenstellungen für das Projekt Europa zu stellen. Das sei nämlich sein Geburtstagswunsch, so der Kanzler. "Wir sollten die Türen für unsere Nachbarn öffnen." Von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein wünschte sich Schüssel eine neue Beleuchtung für den Großen Redoutensaal. Begleitet wurde das Geburtstagskind von seiner Frau Christa und Tochter Nina. Eine besondere Ehre war es für ihn auch, den kroatischen Ministerpräsidenten Ivo Sanader zu begrüßen sowie den slowakischen Ministerpräsidenten Mikulas Dzurinda.
"Solange die Taxifahrer bremsen..."
"Wie soll man sich mit 60 fühlen. Schlicht älter." Mit diesen Worten kommentierte Schüssel sein 60-jähriges Jubiläum danach beim Fest der Bundesländer am Josefsplatz. Nichtsdestotrotz wünschen sich Freunde, Bekannte und die Parteibasis, dass ihnen Schüssel als Kanzler noch weitere Jahre erhalten bleibt.
"Mit 60 fühlt man sich älter als bei der Geburt, obwohl ich ja keinen direkten Vergleich habe, weil ich damals bewusstlos war", meinte Schüssel gegenüber der APA. An einen Rückzug von der Politik denkt er aber offenbar noch nicht. Er wolle jedenfalls den Menschen als Politiker so lange erhalten bleiben, wie diese das wollen. "Solange die Taxifahrer bremsen, wenn man am Zebrastreifen steht, und nicht Gas geben, ist der Popularitätstest bestanden", scherzte der Kanzler.
Wunsch nach langer Kanzlerschaft
Ginge es nach seinen Bekannten und Parteifreunden wäre Schüssel mindestens für eine weitere Legislaturperiode Kanzler. "Ich wünsche mir, dass er bis 2010 Kanzler bleibt und seine Kontinuität behält", so ein ÖVP-Funktionär. Eine schwarze Alleinregierung würde ihn auch nicht stören. "Mit Hilfe von (SPÖ-Chef Alfred) Gusenbauer schaffen wir sicher den Sieg bei den nächsten Wahlen", scherzte ein weiterer Parteifreund. Ein Freund des Kanzlers tippte auf schwarz-grün als nächste Regierungskoalition.
Die Ministerriege wünschte ihrem Regierungschef durchwegs mehr Zeit für das private Leben und für seine Hobbys zu finden. Verteidigungsminister Günther Platter würde außerdem gern mit dem Kanzler wieder einmal gemeinsam Bergsteigen gehen. Gesundheit in Großbuchstaben notierte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat im beim Fest aufgelegten Gästebuch für das Geburtstagskind. Die Glückwünsche der Gäste sollen übrigens in Buchform gegossen werden.
Nach der sehr andächtigen Musikveranstaltung im Großen Redoutensaal der Hofburg spielte am Josefsplatz beim Länderfest die Truppe "Sulmtaler Tanzlmusi" auf. DJ Ötzi war nur als "Freund" des Kanzlers gekommen. Nach dem volkstümlichen Fest war am Abend eine kleine Feier des ÖVP-Regierungsteams im kleinen Kreis geplant.
(apa/red)
