Freitag, 3. Juni 2005

Happy-End in der Steiermark: Abgängiger Wanderer nach sieben Tagen gefunden

  • Kapfenberger stürzte vor einer Woche über Felsabbruch
  • Wasser aus Bachbett rettete dem Verletzten das Leben

Jener Wanderer aus Kapfenberg, der schwer verletzt aus einem Bachbett am Frauenberg im obersteirischen Bezirk Bruck/Mur geborgen wurde, musste entgegen ersten Angaben der Exekutive ganze sieben Tage auf seine Rettung warten. Der 53 Jahre alte Mann war schon am 26. Mai auf dem Abstieg ins Tal in unwegsames Gelände geraten und über einen Felsabbruch zehn Meter in die Tiefe gestürzt.

Im Rahmen der schwierigen Bergung sei es zu Missverständnissen gekommen, räumte der Gendarmerieposten Bruck/Mur ein. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, dass der Kapfenberger am 29. Mai zu einer Wanderung im Gemeindegebiet St. Marein/Mürztal aufgebrochen war. Ein Holzarbeiter hatte die Hilferufe des Wanderers, der u.a. einen Oberschenkelhalsbruch erlitten hatte, am Mittwoch im Bereich der so genannten Unteren Ramsauerstraße gehört.

"Der Mann lag in einem Bachbett, war sehr nass und konnte sich nicht bewegen", so die Exekutive. Er sei nur leicht bekleidet gewesen, habe aber sechs kühle Nächte recht glimpflich überstanden. Nach Angaben der Gendarmerie hatte der Wanderer nichts zu Essen bei sich und trank das Wasser aus dem Bachbett, in dem er nach dem Absturz zu liegen gekommen war. Am Freitag wurde der Verletzte im LKH Bruck/Mur operiert.

Da der Kapfenberger allein in einer Wohnung lebt und keinen Kontakt zu seinen Angehörigen hat - so die Polizei - war sein Verschwinden nicht bemerkt worden. "Er ist offensichtlich ein Einzelgänger. Auch nach seiner Rettung wollte er nicht, dass irgendjemand verständigt wird." (apa/red)

3.6.2005 11:49