Donnerstag, 2. Juni 2005

Keine Ambitionen: Gerhard Hirschmann will selbst nicht Landeshauptmann werden!

  • Auch drittstärkste Kraft könnte Landeshauptmann stellen
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Der steirische Ex-ÖVP-Landesrat und Neo-Listenführer Gerhard Hirschmann sorgt mit seinem Antreten und medialen Auftritten weiter für politische Reaktionen. Man wolle bei keinem neuen Gesetz mitwirken, da weitere Gesetze nur Bürger und Wirtschaft behindern würden, so Hirschmann. Auch Hirschmanns Landeshauptmann-Aussagen - auch der Dritte könne wie damals Bundeskanzler Wolfgang Schüssel Erster, also LH werden - oder eine eventuelle Teilzeitlösung riefen Kritik in der Steiermark hervor.

Im ORF-"Mittagjournal" meinte Hirschmann auf Befragen nach einer möglichen Teilzeitlösung, er stehe nicht dafür zur Verfügung, jemals auf dem Landeshauptmannsessel Platz zu nehmen, "außer für ein Foto". Bei einem "aus unserer Gruppe" wäre eine solche Lösung aber durchaus möglich, wenn das Wahlergebnis danach sei, so der Ex-Landesrat. Er peile zehn Prozent der Wählerstimmen an, an seinem "Programm" sei so gut wie nichts verhandelbar. Er habe in seiner Zeit als Landesrat versucht, die Strukturen von innen aufzubrechen, nun versuche er es von außen.

Grüne fordern Offenlegung der finanzstarken Geldgeber
Die steirische Grünenchefin Ingrid Lechner-Sonnek forderte am Donnerstag die "sofortige Offenlegung der finanzstarken Geldgeber hinter Hirschmann, für die er die Weichen stellen soll". Hirschmann spreche von einer Mio. Euro, die er für den Wahlkampf zur Verfügung habe. Er sage aber nicht, "wer ihm diese enorme Summe gibt, damit er für diese unbekannten Geldgeber Politik machen kann", kritisierte Lechner-Sonnek. Die Finanziers hinter ihm wollten wohl "durch Deregulierung das Recht des Stärkeren einführen", so die Klubchefin im Landtag. Mit seiner Deregulierung ziele Hirschmann auf die Deregulation des Landes ab: "Er will die gewählte Volksvertretung schwächen, er will, dass keine Gesetze mehr beschlossen werden, wie etwa Gesetze, die festlegen, dass Pflegeheime im Interesse ihrer Bewohner kontrolliert werden. Gesetze, die behinderten Menschen ein Recht auf Unterstützung geben".

Weghart: "Steirischer Seniorenbund bedauerte Hirschmann-Antreten"
Zu Hirschmann hat sich am Donnerstag nach der seit seinem Rückzug aus dem politischen Leben zurückhaltende ehemalige steirische VP-Grande und Ex-Landtagspräsident Franz Wegart zu Wort gemeldet: "Der steirische Seniorenbund nimmt mit tiefem Bedauern zur Kenntnis, dass Gerhard Hirschmann die politische Front gewechselt hat". Hirschmann habe der Gesinnungsgemeinschaft, der er in rund 25 Jahren in Spitzenfunktionen angehört habe, mit diesem Wechsel schweren Schaden zugefügt". Wenn man in einer Gesinnungsgemeinschaft Abgeordneter, Mitglied der Landesregierung und geschäftsführender Parteiobmann gewesen sei, dürfe man so nicht handeln. "Man darf nicht in den Teller spucken, aus dem man herausgegessen hat", so Wegart zum Ex-Landesrat: "Mit seiner Kandidatur ist nur eine Absicht verbunden, der ÖVP zu schaden". (apa)

2.6.2005 15:44