Dienstag, 31. Mai 2005

Wettersturz in Österreich: Heftiger Regen
& Gewitter sorgen für Überschwemmungen

  • Blitze lösen Brände aus - Feuerwehren im Großeinsatz
  • Vor allem der Flachgau und die Stadt Salzburg betroffen

Zu Überflutungen und Verwüstungen haben die Unwetter der vergangenen Nacht in großen Teilen Niederösterreichs, Salzburgs und Oberösterreichs geführt. Die Feuerwehren befanden sich im Dauereinsatz, um Keller auszupumpen oder umgestürzte Bäume wegzuräumen.

Schwere Spuren hatten die Regenfälle in Oberösterreich hinterlassen: Rund 500 Feuerwehrmänner arbeiteten am Dienstag im ganzen Land, um die Schäden zu beseitigen. Bei dem heftigen Unwetter hatten am Montagabend rund 6.000 Florianijünger ausrücken müssen, weil zahlreiche Gebäude und Straßen überflutet worden waren. Wegen umgestürzter Bäume und Unterspülungen der Fahrbahn war die Westautobahn (A1) im Bereich Steyrermühl teilweise gesperrt. Auch die Mühlkreisautobahn (A7) war im Bereich Bindermichl in Linz blockiert. Die Westbahnstrecke war im Bezirk Vöcklabruck für rund eineinhalb Stunden zwischen Salzburg und Attnang-Puchheim unpassierbar.

Die Versicherungen rechneten am Dienstag mit Privatschäden in der Höhe von rund neun Mio. Euro. Die Reparaturen am Straßennetz dürften einer groben Schätzung zufolge an die zwei Mio. Euro kosten, hieß es aus dem Büro von Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl (V). Landeshauptmann Josef Pühringer (V) sagte rasche Hilfe aus dem Katastrophenfonds zu.

Auch in Salzburg goss es Montagabend wie aus Kübeln: Innerhalb weniger Stunden fielen in der Landeshauptstadt pro Quadratmeter 77 Liter Regen, im Mai gab es zuletzt im Jahr 1949 eine höhere Niederschlagsmenge an einem Tag, schilderte Josef Haselhofer von der Salzburger Wetterdienststelle der APA. Die Folge: Alleine 232 Einsätze für die Feuerwehren in der Stadt, bilanzierte der Chef der Berufsfeuerwehr, Eduard Schnöll. In den Landgemeinden mussten die Feuerwehren zu 127 Einsätzen ausrücken. Auf der Kleinarler Landesstraße und die Zauchenseer Landesstraß sorgten Muren für Sperren, die bis zum Vormittag andauerten.

In Niederösterreich standen 60 Feuerwehren mit 900 Kräften ab Montagabend im Unwettereinsatz. Heftige Gewitter und Starkregen hatten in weiten Teilen des Landes zu Überflutungen, Murenabgängen sowie zu Bränden nach Blitzschlägen geführt.

Allein 23 Feuerwehren mit 350 Helfern mussten in der Stadt und im Bezirk St. Pölten ausrücken. Vom Unwetter betroffen war in der Landeshaupstadt unter anderem die Fachhochschule, wo das Wasser bei einem Kellerabgang eine etwa sieben Meter breite Glasfront eingedrückt hatte. Studenten unterstützten die Feuerwehr beim Errichten von Barrieren mit Sandsäcken. Im Bezirk St.Pölten wurde Hausheim-Noppendorf besonders stark heimgesucht. In der Gemeinde musste die Feuerwehr nach Angaben eines Helfers "praktisch alle Keller auspumpen". In Dorfstetten (Bezirk Melk) brannte ein landwirtschaftliches Gebäude. Den Löschmannschaften war die Zufahrt durch eine mit Schlamm verlegte Straße erschwert.

(apa/red)

31.5.2005 14:09