Montag, 30. Mai 2005

Mordalarm in der Steiermark: 42-Jähriger erstickte die Mutter mit einem Geschirrtuch

  • Selbst gestellt: Bluttat angeblich von "Stimmen" befohlen
  • Männliche Leiche mit Kabel um Hals in Teich gefunden

Mordalarm hat es in der Nacht auf Montag in der Obersteiermark gegeben. Nach Angaben der Exekutive hat ein 42 Jahre alter Mann seine 74-jährige Mutter getötet. Die Tat in Langenwang (Bezirk Mürzzuschlag) dürfte mit den bloßen Händen und einem Geschirrtuch verübt worden sein. Der geistig verwirrte Mann gab bei einer ersten Einvernahme an, "Stimmen von oben" hätte ihm die Tat befohlen. Er stellte sich selbst der Gendarmerie.

Kurz nach 3.00 Uhr früh rief der 42 Jahre alte Erich N. bei der Gendarmerie an und erzählte, er habe seine Mutter umgebracht. Als die Beamten in dem Mehrparteienhaus in Langenwang eintrafen, lag die 74-Jährige tot im Wohnzimmer auf der Couch. Der mutmaßliche Mörder ließ sich widerstandslos festnehmen.

Die ersten Ermittlungen ergaben, dass der offenbar geistig verwirrte Mann seine 74 Jahre alte Mutter an den Haaren gepackt und mit dem Kopf gegen die Tischkante geschlagen haben dürfte. Darauf deuten Verletzungen hin. Danach stopfte er dem Opfer ein Geschirrtuch in den Mund. Ob die Pensionistin daran erstickt ist oder ob bereits die Kopfverletzungen tödlich waren, muss durch eine Obduktion geklärt werden.

Nach Angaben der Exekutive wird Erich N., der mit seiner Mutter in einem Haushalt lebte, als "sonderlich" beschrieben. Als Motiv gab er bei den Einvernahmen an, dass ihn Gott bzw. "Stimmen" zu der Bluttat getrieben hätten. Vor einigen Jahren hatte sich der Vater des 42-Jährigen das Leben genommen.

Knittelfeld: Leiche in Teich gefunden
Bei jener männlichen Leiche, die am Montag mit einem Kabel stranguliert in einem Teich im obersteirischen Knittelfeld gefunden worden ist, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Selbstmörder. Aus Rücksicht auf die Angehörigen wollten die Beamten keine näheren Auskünfte über die Identität des Toten geben, außer dass es sich um einen 33-jährigen Österreicher handelt. Fremdverschulden wird laut Chef-Ermittler Anton Kiesl ziemlich sicher ausgeschlossen.

Die Leiche war in den frühen Morgenstunden von einem Jogger in einem Teich treibend in Kobenz im obersteirischen Bezirk Knittelfeld entdeckt worden. Der mutmaßliche Selbstmörder hatte sich das Kabel einer Handkreissäge um den Hals geschlungen und sich zusätzlich zur Beschwerung Steine in die Jackentaschen gesteckt. Diese Tatsache und die ersten Ergebnisse der Obduktion sollen laut Kiesel Fremdverschulden "mit hoher Wahrscheinlichkeit" ausschließen.

Laut Exekutive war der Mann seit vorigem Dienstag abgängig und dürfte bereits zwischen zwei und sechs Tagen im Teich gelegen sein. Erste Ermittlungen ergaben, dass der Mann "psychische oder anderweitige Probleme" gehabt haben soll. (apa)

30.5.2005 14:32