Donnerstag, 26. Mai 2005

Fahren durch lange Tunnel: 25 Prozent der
Österreicher friert das Blut in den Adern

  • Stude bescheinigt uns aber Tapferkeit und Wissen
  • In der Schweiz muss man am häufigsten durch Tunnel

25 Prozent der österreichischen Autolenker friert das Blut in den Adern, wenn sie durch einen langen Tunnel fahren müssen. Rund 42 Prozent wissen nach eigenen Angaben, was bei einem Unfall zu tun ist. Das berichtete am Mittwoch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) unter Berufung auf Ergebnisse von Umfragen, die im Rahmen des Projekts SARTRE (Social Attitudes to Road Traffic Risk in Europe) durchgeführt wurden.

Dazu wurden in 23 europäischen Ländern jeweils 1.000 Autofahrer zu unterschiedlichen Themen des Straßenverkehrs interviewt. Spitzenreiter in Sachen Tunnel sind demnach die Schweizer: 30 Prozent der Eidgenossen müssen oft bis sehr oft durch einen langen Tunnel fahren, mit 19 Prozent liegen Österreichs Autofahrer an zweiter Stelle.

An der Häufigkeit der Tunneldurchquerungen scheint es auch zu liegen, dass die Schweizer am wenigsten Furcht vor dem "großen schwarzen Loch" haben, hieß es in einer Aussendung des KfV. Auf die Frage, wie ängstlich sie beim Durchfahren langer Tunnels sind, antworteten nur 19 Prozent mit "sehr oder ziemlich ängstlich". Ein Grund dafür könnte aber auch sein, dass sie sich über die im Falle eines Unfalles zu ergreifenden Sicherheitsmaßnahmen gut informiert fühlen (57 Prozent). Vor der Fahrt durch den Tunnel fürchten sich am stärksten die Franzosen mit 38 Prozent, mit 24 Prozent sind sie aber auch im Feld der weniger informierten Europäer in puncto Sicherheitsmaßnahmen zu finden.

Die Studie des KfV hat ergeben, dass das mulmige Gefühl wesentlich von der Länge und Helligkeit des Tunnels beeinflusst wird. Das Einfahren in neuere, gut ausgeleuchtete und mit augenscheinlichen Sicherheitsvorrichtungen ausgestattete Tunnel wird durchaus auch als angenehm empfunden. Als belastend werden lange einröhrige Tunnels empfunden, was vor allem mit dem Gegenverkehr und Verkehrsteilnehmern zusammen hängt, die sich nicht an Tempolimits halten. Bei manchen Tunnels macht sich deshalb zum Ende hin eine Fluchttendenz in Form von Geschwindigkeitserhöhungen bemerkbar.

"Wenn wir speziell Tunnels im Verlauf von Autobahnen und Schnellstraßen betrachten, passiert dort nur ein Bruchteil der Unfälle", erklärte KfV-Direktor Othmar Thann. "Im Durchschnitt sterben 13 Menschen pro Jahr bei etwa 88 Tunnelunfällen auf Autobahnen und Schnellstraßen." Im Vergleich zu den gesamten Unfällen auf diesen Straßenarten ist das ein Anteil von 3,3 Prozent. Wenn es aber zu einem Unfall im Tunnel kommt, sind die Verletzungen schwerer.

Wer mit seinem Auto im Tunnel zu stehen kommt, der soll die Warnblinkanlage einschalten, das Fahrzeug nicht verlassen, den Motor abstellen, das Gebläse auf Umluft stellen, die Fenster schließen, nicht rauchen und auf Hinweise übers Radio oder den Tunnellautsprecher hören.(apa/red)

26.5.2005 10:14