ÖAMTC-Fährentest: Reedereien sollten
sich mehr für die Sicherheit engagieren
- 30 Fähren in der Ostsee und im Mittelmeer getestet
- "Ein Herber Rückschlag" im Vergleich zum Vorjahr

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Als "herben Rückschlag" bezeichnet ÖAMTC-Experte Willy Matzke das Ergebnis des diesjährigen ÖAMTC-Fährentests. Nach einem erfreulichen Vorjahresergebnis regiere bei den Testkandidaten heuer das Mittelmaß: "Zu wenig, wenn es um die Sicherheit von Menschen geht", kritisiert Matzke.
Große Reedereien hätten auf die jahrelangen Tests reagiert und keine gefährlichen Schiffe mehr unter Flagge. Auf nationalen Strecken und bei kleinen Reedereien gebe es aber noch immer zu viele "schwarze Schafe".
Nur sechs "sehr gut"
Von den 30 getesteten Fähren in der Ostsee und dem Mittelmeer erhielten 13 nur ausreichende oder sogar negative Bewertungen. Die Note "sehr gut" wurde lediglich sechs Mal vergeben, elf Mal wurden die Testkandidaten als "gut" bewertet. "Viele Mittelmeer-Fähren gehen im Vergleich mit den Ostsee-Fähren kläglich unter. Von 22 Fähren im Mittelmeer sind nur neun gut bzw. sehr gut", resümiert der ÖAMTC-Experte.
Anonyme Tester
Der Fährentest wird vom ÖAMTC gemeinsam mit seinem Schwesterclub ADAC durchgeführt. Der Bewertung liegt eine Checkliste für Passagierfähren zu Grunde, die beim ersten Fährentest 1997 zusammen mit nautischen Sachverständigen und der EU-Kommission entwickelt und seitdem laufend aktualisiert worden ist. "Das garantiert eine absolut objektive Beurteilung der Schiffe nach neuesten Sicherheitsrichtlinien", sagt Matzke. Die Tester gehen anonym an Bord und machen die Überfahrt als "normale Passagiere" mit.
Priorität für Brandschutz und Rettungsmittel
Brandschutz und Rettungsmittel sind die Bereiche, die mit 25 Prozent die höchste Gewichtung im Test haben. Außerdem gehören Sicherheitsinformationen, Konstruktion, Funk sowie Sicherheitsmanagement zu den maßgeblichen Kriterien. Die am häufigsten festgestellten Mängel: Fehlende Schwimmwesten und Rettungsringe, abgeschlossene Notausgänge, offene Autodecks während der Fahrt, blanke Kabel, korrodierte Sprinklerdüsen, Feuerlöschstationen mit brüchigen Schläuchen, blockierte Brandschutztüren und fehlende Sicherheitsinfos für Passagiere. (apa)
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