Ein Herz aus Magna
- Pretty Belinda hält die Zügel fest in der Hand.
- Beruflich wie privat.

Belinda Stronach. Wie sich Franks schöne Tochter jetzt an die Spitze der kanadischen Regierung kämpfte.
Hire & Fire: Das Psychogramm einer Lady, die für ihre Karriere immer wieder den Lebenspartner opfert.
Es war eine Art letztes Abendmahl, zumindest für einen der Beteiligten. Belinda Stronach, 39, Abgeordnete der kanadischen Conservative Party, und Lebensgefährte Peter MacKay, Vizevorsitzender ebendieser Partei, dürften sich über Politik unterhalten haben: Per Misstrauensantrag sollte die im Korruptionssumpf absaufende Regierung des Linksliberalen Paul Martin gestürzt werden. 30 Tage später hätte Kanada neu gewählt. Belinda Stronach, in Österreich als große Tochter des noch größeren Magna-Gründers Frank bekannt, soll bei gutem Appetit gewesen sein. Doch sie verspürte Appetit nach mehr. Heißhunger sogar: nach Karriere.
Kalter Coup. Pretty Belinda brach an jenem historischen Abend noch zu einem zweiten Geschäftsessen auf: In der Residenz des Premierministers dinierte sie mit Amtsinhaber Martin. Der Deal, den die beiden auspokerten, war atemberaubend: Stronach absolvierte den Seitensprung zu Martins regierender linker Liberal Party und sicherte damit dessen politisches Überleben. Als Gegenleistung wurde sie zur Sozialministerin ernannt. Das Opfer war MacKay, privat wie professionell ein Verlassener mit verbeultem Herzen: Sie kam nach Mitternacht nachhause und sagte, sie würde die Fronten wechseln. Kritiker nannten das Polit-Prostitution. MacKay: Beim Frühstück flehte ich sie nochmals an, mich und meine Partei nicht zu verlassen ich habe geschrien und getobt vergebens.
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