Dienstag, 24. Mai 2005

Männer unter dem Messer

  • Der neue Trend: Waschbrett-Bauch aus dem OP

Schönheit vom Doktor: Jetzt tut es auch das starke Geschlecht: 10.000 Männer gehen pro Jahr bereits zum Schönheitschirurgen.
Lider-Lifting, Fett weg & Co.: Was die Männer am liebsten „reparieren“ wollen. Und: Was die Schönheit per Skalpell kostet.

Eine Schönheitsklinik in Wien-Döbling. Im Behandlungsraum des Aesthetic Center steht ein molliger Mann in Boxershorts. Auf Bauch, Brust und Unterarmen zeichnet Chirurg Artur Worseg bunte Linien und Kreise. Der Zweck des farbenfrohen Body-Paintings: eine geplante Fettabsaugung. „Durch die Beratung kann ich mir nun vorstellen, wie mein Körper nach der Operation aussehen könnte“, erklärt der 31-jährige Michael M. Und dieses Bild deckt sich durchaus mit seiner Idealvorstellung von einem Waschbrettbauch und schlanken Oberarmen.

Verschönerung für den Mann. Jedenfalls: Wie Michael M. sind zunehmend immer mehr Österreicher bereit, sich für ihren Traum vom perfekten Body unters Messer zu legen. Und das nicht zu knapp: Während die ästhetische Chirurgie bis vor einigen Jahren hauptsächlich Frauen vorbehalten war, sind mittlerweile – laut Operateur Worseg – 25 Prozent aller Patienten männlich.

Pro Jahr unterziehen sich hierzulande damit rund 10.000 Männer einem „Schönheitseingriff“ – Tendenz: steigend. Alljährlich beträgt die Steigerungsrate beim starken Geschlecht nämlich beachtliche zehn Prozent. Kein Wunder, schließlich sind nun auch die jungen Männer vom Körperkult erfasst.

Laut der österreichischen Repräsentativstudie „Timescout“ ist für 60 Prozent der 11- bis 29-Jährigen das äußere Erscheinungsbild „sehr wichtig“. Acht von zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehen davon aus, dass attraktive Menschen weitaus bessere Karrierechancen haben. In der Altersgruppe der 11- bis 14-Jährigen könnte sich sogar ein Viertel (!) aller Befragten vorstellen, den vorherrschenden Attraktivitätsstandards mit Schönheitsoperationen näher zu kommen.

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24.5.2005 16:59