Dienstag, 24. Mai 2005

Die Atom-Offensive: 7 neue Reaktoren um Österreich. Die Atomgefahr wächst.

  • Wie Österreichs Politik von der Atomlobby überrollt wird
  • Mit EU-Hilfe werden im Osten neue AKWs gebaut

7 neue Reaktoren um Österreich. Die Atomgefahr wächst. Mit EU-Hilfe werden im Osten neue Kernkraftwerke gebaut.
Verschlafen. Wie Österreichs Politik von der Atomlobby überrollt wurde – und warum wir immer mehr Atomstrom importieren.
Klima-gau oder Super-gau. Die Atomlobby will sich als „saubere“ Alternative zu Kohle, Öl und Gas etablieren.

Wir sind euphorisch. Es ist wieder Land in Sicht“, jubelt Peter Dorn, Manager des deutschen Konzerns „Kraftanlagen Nukleartechnik“. „Die Atomindustrie hat eine große Zukunft in Europa vor sich“, kündigte er am Rande der Jahrestagung seiner Branche Mitte Mai vollmundig an.

Fast 20 Jahre nach dem GAU im ukrainischen Tschernobyl mit bis zu 170.000 Toten, Millionen von Strahlenopfern, darunter 500.000 Kinder, und radioaktiv verseuchten Landstrichen in ganz Europa rüstet die Atomindustrie zu einem neuen Feldzug. Weltweit feiert die einst totgesagte Atomkraft ihre Renaissance. Zu dem Hoffnungsmarkt der Branche zählt das ohnehin atom-freundliche Osteuropa.
Österreich umzingelt. Die Kettenreaktion der Atom-Enthusiasten erfasste fast alle Nachbarländer Österreichs: Derzeit wird der Bau von sieben weiteren Reaktoren direkt an unserer Grenze geplant. Jan Haverkamp, internationaler Atom-Experte von „Greenpeace“, betont: „Überall im östlichen Europa wird in den Energieplänen eine nukleare Option zur Deckung des Bedarfs diskutiert.“

Wirft man einen Blick auf die Energie-Ausbaupläne der Nachbarländer, ist eine anstehende Atom-Offensive vor unserer Haustür zu befürchten. Am weitesten gediehen ist die Vorbereitung in der Slowakei. Zu den beiden laufenden Reaktoren in Mochovce sollen laut aktuellen Energieplänen zwei weitere Reaktoren hinzukommen. Im Sommer 2005 fällt hier die Entscheidung.

Auch Tschechiens Regierung lässt derzeit die Errichtung von zwei weiteren Reaktoren prüfen. Wahrscheinlich ist die Erweiterung des Pannen-AKWs Temelín. Angesichts des möglichen Widerstandes wird aber auch ein neuer Standort erwogen.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Die geheimen AKW-Ausbaupläne
PLUS: Glawischnig: ,Regierung ohne Initiative‘
PLUS: Pröll: ,Keinem was aufs Aug drücken‘

24.5.2005 17:19