Dienstag, 24. Mai 2005

Menasse plant "Anti-Burg": Will sein Stück
jetzt im Zelt vor Burgtheater aufgeführen

  • Autor im NEWS über "Das Paradies der Ungeliebten"
  • Bachler über Brandauer: "Grottenschlechten Regisseur"

Robert Menasses Polit-Parabel "Das Paradies der Ungeliebten", kürzlich vom Auftraggeber Klaus Bachler endgültig abgelehnt, soll nun in einem Zelt vor dem Burgtheater uraufgeführt werden. Das lässt Menasse in einem Interview für die aktuelle NEWS-Ausgabe wissen. Laut Menasse planen mehrere freie Gruppen das Projekt als Koproduktion: "Sozusagen ein Zelt vor der Burg als Anti-Burg. Das entspräche mir und dem, was ich will, auch viel mehr."

Außerdem offenbart der Autor im Interview ein eigenwilliges Detail: Bachler habe Klaus Maria Brandauer, der das Stück noch in dieser Saison am Akademietheater inszenieren wollte, in einem Telefonat als "grottenschlechten Regisseur" tituliert. Menasse: "Das hat er gesagt. Mit genau diesen Worten. Brandauer hat schallend gelacht, als ich es ihm erzählt habe. Dann hat er Bachlers Stimme imitiert und wiederholt: ,Brandauer ist ein grottenschlechter Regisseur!’ Ich an Brandauers Stelle hätte auch gelacht. Gehen Sie ein Jahr lang Tag und Nacht ums Burgtheater herum und fragen Sie jeden, den Sie treffen, nach Klingenberg. Es würde mich wundern, wenn Sie einen einzigen Menschen treffen, der Ihnen sagen kann, wer das war. Das ist vorweggenommen Bachlers Schicksal. Aber in fünfzig Jahren werden die Menschen noch wissen, wer Brandauer war."

Er selbst habe Brandauer von der Aufgabe, sich weiter um das Stück zu bemühen, "entbunden": "Solange er die Chance hat, Bachlers Nachfolger zu werden, und solange er dazu Morak braucht, wäre er blöd, darauf zu insistieren, mein Stück zu machen."

Menasse arbeitet bereits am nächsten Stück, das in Kürze fertig werden soll.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS

24.5.2005 12:17