Mittwoch, 25. Mai 2005

Niederlage für die Verteidigung: US-Talk-
Master Jay Leno sagt gegen Jackson aus!

  • Star bekräftigt Aussage des angeblich missbrauchten Buben. PLUS: Alle Informationen zum "Gerichtsfall Jackson"!

Eine schwere Niederlage musste die Verteidung im Kindesmissbrauchsprozess gegen Popstar Michael Jackson hinnehmen. Der US-Talkmaster und Freund des Angeklagten Jay Leno war am Dienstag eigentlich als Entlastungszeuge vor Gericht erschienen, bekräftigte schließlich aber die Aussagen des angeblich von Jackson missbrauchten Bubens.

US-Talkmaster Jay Leno sagte aus, er habe vor fünf Jahren mehrere Anrufe von dem damals krebskranken Jungen erhalten. Leno war bei seiner Ankunft vor dem Gerichtsgebäude von zahlreichen Fans mit Jubelrufen begrüßt worden. Die Anrufe hätten ihn misstrauisch gemacht. Der damals zehnjährige Krebspatient habe sich wie ein Erwachsener angehört, der vorgefertigte Sätze abliest. Er habe die Anrufe des Buben ein Mal erwidert, dann aber auf Anraten einer Bekannten den Kontakt abgebrochen, sagte der Gastgeber der "Tonight Show".

Leno bekräftigte aber, dass der Bub ihn nicht um Geld gebeten habe. "Keiner hat nach Geld gefragt, noch habe ich etwas gegeben", wurde der Moderator von der "Los Angeles Times" zitiert.

Mit Lenos Aussage wollte die Verteidigung ihren Vorwurf untermauern, dass der Junge und seine Mutter die Großzügigkeit von prominenten Leuten ausnutzen und sich bereichern wollten. Das angebliche Missbrauchopfer hatte bei seiner Aussage vor wenigen Wochen abgestritten, Leno jemals angerufen zu haben.

Letzter Zeuge: Chris Tucker
Michael Jacksons Verteidiger wollen nun den amerikanischen Komödianten Chris Tucker als ihren letzten Zeugen aufrufen. Dies gab Jackson-Anwalt Thomas Mesereau bekannt. Mit der Befragung Tuckers, die am Dienstag begonnen hatte, könnte die Verteidigung bereits am Mittwoch ihre Zeugenbefragung in dem Missbrauchprozess abschließen. Damit steht nun auch fest, dass Jackson nicht persönlich in den Zeugenstand treten wird.

Der 46 Jahre alte Sänger Michael Jackson ist wegen sexuellen Missbrauchs im Frühjahr 2003 angeklagt. Jackson wird auch vorgeworfen, die Familie des Jungen gegen deren Willen auf seiner Neverland-Ranch festgehalten zu haben. Zudem soll er sie unter Druck gesetzt haben, sich in einem Video positiv über ihn zu äußern.
(apa/red)

25.5.2005 08:10

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