Sonntag, 29. Mai 2005

Trotz "Magna raus"-Rufen: Frank Stronach schließt voreiligen Rückzug von Austria aus

  • Stronach: "Es geht hier um einen langfristigen Aufbau!"
  • Kader in ein paar Jahren zu 80 % aus Österreichern?

Magna-Boss Frank Stronach hat einen Abschied von der Wiener Austria "von heute auf morgen" ausgeschlossen. "Wir haben hier ein System drinnen, hier geht es um einen langfristigen Aufbau", kündigte der 72-Jährige an.

Stronach, der in naher Zukunft eine mit österreichischen Kickern gespickte Austria sehen will, erklärte in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" (Sonntag-Ausgabe) weiter: "Dazu haben wir als Magna eine gewisse Position und damit auch eine Verantwortung, die uns nicht launisch und willkürlich handeln lässt. Ich denke, wir sind vor allem mit unserer Jugendarbeit auf dem richtigen Weg. In drei bis vier Jahren wird unser Kader zu 80 Prozent aus österreichischen Spielern bestehen."

Der Bundesliga-Präsident, der am Donnerstag im Happel-Stadion Rapid den Meisterteller überreicht hat, sprach seinen Austria-Schützling Joey Didulica von einer Verletzungsabsicht bei der Attacke gegen Rapid-Stürmer Axel Lawaree frei: "Ich muss zugeben, dass ich diese Szene nicht exakt gesehen habe. Es war ein Kampf, und sicher wollte Didulica hier Härte zeigen. Aber ich schließe es aus, dass er jemanden so verletzen wollte."

Zu den intensiven Unmutsäußerungen der Austria-Fans gegenüber seiner Person (Transparente wie "Magna raus" oder Sprüche wie "Stronach, bleib bei deinen Pferden") meinte der austrokanadische Selfmade-Milliardär: "Natürlich tut das weh, wenngleich ich oft den Unmut der Fans verstehe und auch teile. Es ist halt schwer zu verstehen, wenn die Mannschaft im Europacup ein Supermatch liefert und dann eine Woche später zu Hause in der österreichischen Meisterschaft gegen den Tabellenletzten eine Niederlage kassiert."

(apa)

29.5.2005 12:40