Freitag, 27. Mai 2005

Formel 1: Sauber hofft auf baldige BMW-Entscheidung wegen Motorenlieferungen

  • Teamchef: "Verhandlungen noch nicht abgeschlossen"
  • BMW-Motorsportdirektor für Zusammenarbeit mit Sauber

Rennstall-Besitzer Peter Sauber hofft auf eine baldige Entscheidung des deutschen Automobilherstellers BMW über mögliche Motorenlieferungen an das Schweizer Formel-1-Team. "Im Mai werden die Konzepte für das neue Auto erstellt. Da ist es sicher von Vorteil, wenn man weiß, von wem man die Motoren bekommt", sagte Sauber am Freitag vor dem Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring. Übernahme-Spekulationen durch BMW wollte der Schweizer allerdings nicht kommentieren.

Bisher rüstet Sauber die Rennwagen mit Ferrari-Motoren aus, die offiziell den Namen des Hauptsponsors Petronas tragen. Ferrari beliefert aber ab 2006 das österreichische Red-Bull-Team mit Motoren.

Laut Sauber werden mit BMW derzeit Gespräche über eine Motorenpartnerschaft ab der kommenden Saison geführt. "Die Verhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen", betonte der Schweizer. Eine Entscheidung von BMW soll Medienberichten zufolge im Juni fallen.

Laut dem Fachmagazin "auto, motor und sport" werden am 2. Juni Motorsportdirektor Mario Theissen und Technik-Vorstand Burkhard Göschel dem Vorstand ein Konzept vorlegen, das ein eigenes Auto mit Sauber vorsieht. Eine Annahme des Vorschlags würde das vorzeitige Ende der Zusammenarbeit mit Partner Williams bedeuten. Angeblich hat BMW eine Ausstiegsklausel in dem bis 2009 laufenden Vertrag mit den Briten.

Grundsätzlich bestehe ein "selbstverständliches Interesse", mit einem Hersteller zusammenzugehen, betonte Sauber unabhängig von den Verhandlungen mit BMW. Denn ein Ende der High-Tech-Phase in der Formel 1 durch das Mitwirken der starken Hersteller Mercedes, BMW, Toyota, Renault und Honda sowie Ferrari sei nicht abzusehen. Die Luft werde für die unabhängigen Teams "unheimlich dünn", meinte Sauber.

Theissen für Zusammenarbeit mit Sauber
BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hat sich deutlich für eine intensive Zusammenarbeit des deutschen Automobilherstellers mit Sauber ausgesprochen. "Sauber ist ein gut geführtes Team, bei dem wir glauben, dass die Motoren im richtigen Auto sitzen und dass daraus Erfolge entstehen können", sagte Theissen dem Pay-TV-Sender Premiere.

"Wir unterhalten uns zurzeit mit den Sauber-Kollegen intensiv auch über Technik. Da geht es um weit mehr als Geometriemaße und Bauteile", erklärte Theissen. Von einer Übernahme, wie zuletzt spekuliert wurde, war allerdings nicht die Rede. Der bayerische Automobilkonzern, der seit 2000 mit Williams in der Formel 1 fährt, sei in der Lage, beim gesamten Antriebsstrang mitzuarbeiten und damit auch beim Getriebe.

(apa)

27.5.2005 18:48
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