Dramatik pur am Nürburgring: Alonso siegt nach Crash von Räikkönen in letzter Runde!
- Finne scheidet in Führung liegend aus - Heidfeld wird 2.
- Coulthard führt und wird am Ende 4., Friesacher 18.
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Fernando Alonso hat am Sonntag mit einer gehörigen Portion Glück den Formel-1-Grand-Prix von Europa gewonnen und damit seine Führung in der WM-Wertung deutlich ausgebaut. Der Spanier profitierte auf dem Nürburgring vom Pech von Kimi Räikkönen, der nach den Siegen in Montmelo/Barcelona und Monaco auf dem Weg Richtung "Hattrick" in Führung liegend eine Runde vor Schluss von einer gebrochenen vorderen Radaufhängung gestoppt wurde. Der Finne stand deshalb im Endklassement nur auf Rang elf und blieb damit ohne Punkte.
Alonso, der nach Sepang, Bahrain und Imola seinen vierten Saisonerfolg feierte, siegte vor mehr als 100.000 Zuschauern in der Eifel vor dem deutschen Lokalmatador und Pole-Position-Mann Nick Heidfeld (Williams-BMW) und dem Brasilianer Rubens Barrichello (Ferrari).
David Coulthard wurde unmittelbar vor Weltmeister Michael Schumacher (Ferrari) Vierter und stellte damit das beste Saisonergebnis von Red-Bull-Racing ein - der Schotte, der auf Grund überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse eine Drive-through-Strafe kassierte und damit den möglichen Podestplatz einbüßte, war auch in Australien Vierter gewesen. Christian-Klien-Ersatzmann Vitantonio Liuzzi (ITA) verpasste als Neunter hauchdünn seinen zweiten WM-Punkt.
Der Kärntner Patrick Friesacher kam eine Woche nach seinem Monaco-Unfall in seinem Minardi auf dem Nürburgring überhaupt nicht zurecht und belegte nur den 18. und letzten Platz.
Der spanische Nationalheld Alonso (59 Punkte) hat nach sieben Saisonrennen bereits 32 Zähler Vorsprung auf Räikkönen und den Italiener Jarno Trulli, die jeweils bei 27 Zählern halten. "Wir haben zu Beginn viel Zeit verloren, ab der 20. Runde ist das Auto aber dann perfekt gelaufen. Ich konnte Tempo machen und viel Druck ausüben", erklärte der 23-Jährige, der vom sechsten Startplatz aus ins Rennen gegangen war.
Auch wenn Alonso vom Pech seines Konkurrenten profitierte, war die Freude beim Spanier groß. "Bisher habe ich Start-Ziel-Siege gefeiert, so ein knapper Erfolg in der letzten Runde fühlt sich noch besser an." Dabei hätte Alonso das Rennen nach dem zweiten Startversuch (Giancarlo Fisichello war liegen geblieben) beinahe schon in der ersten Kurve verloren, als er in eine Massenkollision mit Juan Pablo Montoya, Mark Webber, Ralf Schumacher und Barrichello verwickelt war. Doch mit einem "Rallye-Drift-Manöver" hielt sich der Jungstar schadlos.
Räikkönen war am Start an Pole-Mann "Quick Nick" Heidfeld vorbeigezogen und drehte souverän an der Spitze seine Runden. "Zehn Punkte waren Räikkönen sicher. Für Alonso war das ein wichtiger Schritt in Richtung WM", analysierte der österreichische Ex-Weltmeister Niki Lauda, nachdem Kimi von der gebrochenen Radaufhängung gestoppt worden war.
Entstanden ist der Bruch durch einen weggebremsten Teil des Vorderreifens. "Deshalb hat es in den letzten 25 Runden starke Vibrationen gegeben und dadurch ist die Radaufhängung gebrochen", erklärte McLaren-Teamchef Ron Dennis nach dem Hochgeschwindigkeitscrash seines Schützlings, der aber unverletzt blieb.
Lokalmatador Heidfeld erreichte zum zweiten Mal innerhalb von nur einer Woche Rang zwei. "Platz zwei war für uns das Maximum, das sind fantastische Tage für mich."
Sein Landsmann und Titelverteidiger Michael Schumacher fiel beim Zwischenfall in der Startkurve auf Platz 14 zurück und wartet nun schon seit dem 10. Oktober 2004 bzw. sieben Rennen auf seinen 84. Grand-Prix-Sieg. Dafür sorgte Teamkollege Barrichello als Dritter für einen Lichtblick bei der "Scuderia". "Wir werden schon bald wieder Rennen gewinnen", blickte Barrichello positiv in die rote Zukunft.
(apa)
