Ein Österreicher in Paris: Jürgen Melzer erstmals in dritter French-Open-Runde
- Klarer 6:3,6:4,7:6(5)-Erfolg gegen den Russen Juschnij
- In der vierten Runde wartet nun Vorjahresfinalist Coria
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Verletzungen machen ein Antreten unmöglich
Jürgen Melzer hat sich erstmals für die dritte Runde der French Open qualifiziert. Der ungesetzte Niederösterreicher rang den als Nummer 29 gereihten Russen Michail Juschnij nach 2:14 Stunden mit 6:3,6:4,7:6(5) nieder und hat damit noch keinen Satz abgegeben. Nun trifft er am Samstag allerdings auf den als Nummer acht gesetzten Argentinier Guillermo Coria, der im Vorjahr in Paris im Endspiel gestanden war und einer der heißen Favoriten ist.
"Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung und habe über die drei Sätze verteilt sehr gut gespielt. Ich komme immer besser in Form, es geht von Spiel zu Spiel bergauf", freute sich Melzer, der damit im Entry-Ranking (derzeit 44.) wieder etwas Boden gutmachen kann.
Melzer war keinesfalls als Favorit ins erste Duell mit dem Russen gegangen, auch wenn dieser heuer bisher nur in Dubai (Viertelfinale) zwei Siege bei einem Turnier geschafft hat. Der Weltranglisten-30. hatte an diesem Tag aber nur im dritten Satz seine Chancen.
Davor hatte der 24-jährige ÖTV-Daviscupper eineinhalb Stunden lang perfektes Tennis auf hohem Niveau gezeigt. Der Deutsch Wagramer spielte fast fehlerlos von hinten ebenso wie am Netz, mischte Stopps und Winner und war eindeutig der Chef auf dem Platz. Mit einem Break zum 4:2 in Satz eins und mit einem frühen zum 2:1 in Satz zwei stellte er die Weichen zur 2:0-Satzführung.
Melzer: Im dritten Satz ins "Hoserl" gemacht
Im dritten Satz sah es noch besser aus, als Melzer schon 4:0 führte. Doch da zeigte sich wieder ein Mal eine kleine Schwäche im Beenden eines Matches bei dem Österreicher. "Da bin ich nervös geworden und habe mir ins "Hoserl" gemacht. Da hatte ich Angst vor dem Gewinnen und ich habe zum Spielen aufgehört", meinte Melzer selbstkritisch. Juschnij kam daher auch auf 2:4 heran, danach konnte Melzer eine Breakchance zum 5:2 nicht nützen und der dritte Durchgang ging ins Tiebreak.
Im "Jeu decisif" war Melzer aber nie in Gefahr und lag nur ein Mal (2:3) zurück. Mit dem zweiten Matchball schaffte er es in Roland Garros erstmals in die Runde der letzten 32. "Wenn ich den dritten Satz verloren hätte, wäre es sicher gefährlich geworden", wusste auch Melzer.
Vorjahresfinalist Coria der nächste Gegner
Nun wartet aber ein ganz schwerer Gegner auf Melzer: Vorjahrs-Finalist und Mitfavorit Guillermo Coria. Der als Nummer acht gesetzte Argentinier profitierte am Donnerstag beim Stande von 4:6,6:2,3:2 von der Aufgabe seines Gegners Novak Djokovic. Bis dahin hatte der serbische Qualifikant den kleinen "Gaucho" aber ordentlich ärgern können.
"Ich habe ein Tennis, mit dem ich ihm wehtun kann", meinte Melzer, der recht gerne gegen vermeintlich klare Favoriten spielt. "Natürlich möchte ich gegen ihn auch gewinnen", hofft er für Samstag. (apa)
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