20 Jahre danach: Spätes Denkmal für die 39 Toten der Heysel-Tragödie in Brüssel
- Heysel-Katastrophe - Österreich für EM 2008 gewappnet
- Plus: Niederösterreicher stand fast im "Todessektor"
·Dem Tod von der Schippe gesprungen
Niederösterreicher stand beinahe im "Todessektor"
·Sicherheit: Für
EM 2008 gerüstet
Spezielles Trainings-programm für Ordner
29. Mai 1985: Das Heysel-Stadion in Brüssel, in dem ein Fußballfest im Finale um die Meistercup-Trophäe zwischen dem vierfachen Titelträger Liverpool und Juventus Turin zelebriert werden sollte, wurde schon lange vor dem Anpfiff zur Schlachtbank. Ausgelöst durch einige hundert Liverpool-Hooligans kam es zu einer der schwärzesten Stunden des europäischen Fußballs, zu einem furchtbaren Drama, in dem 39 Menschen (32 Italiener, vier Belgier, zwei Franzosen und ein Brite) starben und zahlreiche weitere verletzt wurden.
Das Heysel-Stadion ist längst abgerissen und durch die König Baudouin-Arena, in der auch Spiele der Euro 2000 stattfanden, ersetzt worden. Eine kleine Tafel war bisher die einzige sichtbare Erinnerung an die Tragödie vor 20 Jahren, das Versäumnis wird nun endlich nachgeholt. Heute wird außerhalb des Stadions ein von dem Franzosen Patrick Rimoux entworfenes eindrucksvolles Denkmal enthüllt. Mit Steinen aus Italien und Belgien und mit einem englischen Gedicht, womit die Trauer der drei Länder über die Ereignisse ausgedrückt wird.
Unter dem Ansturm englischer Fans auf italienische Tifosi war es 1985 zu Panik gekommen, Zäune und Absperrungen wurden niedergerissen, eine Betonmauer stürzte ein, die etliche Zuschauer unter sich begrub, andere wurden zu Tode getrampelt. Millionen von TV-Zuschauern wurden Zeugen der Schreckensszenen.
Das Match wurde dennoch angepfiffen, eine sehr umstrittene Entscheidung, die später von der belgischen Regierung damit begründet wurde, dass die sofortige Evakuierung des Stadions weitere Zwischenfälle verursacht hätte. Juventus gewann übrigens durch einen falschen Elfmeterpfiff des Schweizers Andre Oaina (das Foul von Gary Gillespie an Boniek war eindeutig außerhalb des Strafraums) mit 1:0 und damit erstmals die wertvolle Trophäe. Schütze war Michel Platini in der 58. Minute. Damit verhinderte der Franzose das Double für die Stadt Liverpool. Denn zwei Wochen vorher hatte Everton durch ein 3:1 in Rotterdam gegen Rapid den Cupsiegerbewerb für sich entschieden.
Die Tragödie hatte natürlich ihre fühlbaren Folgen. In Großbritannien wurde von der Regierung ein Maßnahmenpaket zur Einschränkung der Gewalttätigkeiten auf britischen Fußballplätzen verabschiedet. Im Europacup waren die englischen Klubs aber sowieso längere Zeit nicht mehr zu sehen. Die UEFA schloss sie für fünf Jahre, Liverpool sogar für sechs, aus.
(apa/red)
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