Dramatischer Rückschlag im Kampf gegen Aids: Anti-Virus-Impfstoff fördert Infektion
- Schlimme Entdeckung von Innsbrucker Wissenschaftern
- Derzeit verfolgte Vakzin-Strategien werden eingestellt
Schlechte Nachricht in Sachen Aids: Die bisher angewandte so genannte Vakzin-Strategie zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Immunschwächekrankheit dürfte die Infektion eher anheizen als verhindern. Dementsprechende Beweise hat die Innsbrucker Medizin-Universität gefunden.
Bisher hat man versucht, das Abwehrsystem der Geimpften zur Produktion von Antikörpern anzuregen. Nun habe sich aber herausgestellt, dass diese Antikörper nicht schützend sind, sondern die Infektion sogar fördern, teilte Manfred Dierich, Leiter des Innsbrucker Hygiene-Instituts, mit.
"Wir haben das als Erste in der Welt bewiesen. Das ist ein dramatisches Geschehen - fast tödlich für die derzeit verfolgten Vakzin-Strategien", sagte Dierich im Rahmen der Österreichischen Ärztetage in Grado (bis 28. Mai).
Bisher versuchten zahlreiche Studiengruppen, durch die Immunisierung mit Oberflächenbestandteilen des HI-Virus - vor allem die Glykoproteine 41 und 120 - das Abwehrsystem der Geimpften zur Produktion von Antikörpern anzuregen, welche die Krankheitserreger neutralisieren. Doch das stellte sich als Fehlschlag heraus. Die Innsbrucker Wissenschafter suchten nach dem Grund dafür. Dierich: "Jetzt stellt sich heraus, dass diese Antikörper nicht schützend sind, sondern die Infektion sogar fördern. Das ist eine ganz üble Geschichte."(apa/red)
