Freitag, 27. Mai 2005

War es Sabotage? Rebellen heften sich Moskauer Stromausfall auf ihre Fahnen

  • "Ergebnis hat unsere Erwartungen weit übertroffen"
  • DURCHKLICKEN: Stromausfälle in Metropolen der Welt

War es ein Sabotage-Akt wie aus einem Hollywood-Thriller oder doch nur ein Unfall? Tschetschenische Rebellen haben am Freitag auf einer Internetseite erklärt, hinter dem Stromausfall zu stecken, der Moskau am Mittwoch ins Chaos stürzte. Die russische Regierung hatte Sabotage hingegen ausgeschlossen, doch Russen trauen Politikern aus Prinzip nicht. Zu oft schon wurden sie von der Obrigkeit bewusst angelogen und hinters Licht geführt.

Der tschetschenischen Verschwörungs-Theorie schenkt man eher Glauben, als den Aussagen der staatlichen Führungsebene. Rebellen erklärten auf einer Website, sie hätten das Chagino-Umspannwerk angegriffen.

"Das Ergebnis unserer Operation hat unsere Erwartungen weit übertroffen", wurde Rebellenführer Schamil Basajew zitiert. Er beschuldigte die russische Regierung, die Bevölkerung über die näheren Umstände des Stromausfalls angelogen zu haben.

Energieminister Viktor Christenko hatte als Ursache für den Stromausfall eine Explosion nach einem Feuer in einem Umspannwerk genannt. Als Folge saßen zehntausende Fahrgäste in der U-Bahn fest, auf den Straßen kam es zu Verkehrsunfällen, die Wasserversorgung war zeitweise unterbrochen.

Basajew wurde in der Vergangenheit für eine Vielzahl von Anschlägen sowie für das Geiseldrama von Beslan verantwortlich gemacht, bei dem im September mindestens 330 Menschen ums Leben gekommen waren. Auf ihn ist ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar ausgesetzt.

(apa/red)

27.5.2005 18:40