Mittwoch, 25. Mai 2005

Neuer Weltrekord: Erstmals landet ein Hubschrauber am höchsten Berg der Welt

  • Eurocopter setzt auf 8.850 m hohen Mount Everest auf
  • Hubschrauber verweilte zwei Minuten in luftiger Höhe

Der französische Testpilot Didier Delsalle (48) ist als erster Mensch mit einem Hubschrauber auf dem "Dach der Welt" gelandet. Delsalle setzte seinen Eurocopter Ecureuil/AStar in 8.850 Metern Höhe auf dem Mount Everest im Himalaja-Königreich Nepal auf. Gemäß den Anforderungen des Internationalen Luftfahrtverbandes blieb er mehr als zwei Minuten am Boden, bevor er zum Basislager in 2.866 Metern Höhe zurückflog.

Delsalle sei am 14. und am 15. Mai auf dem Everest-Gipfel gelandet, teilte Eurocopter am Mittwoch in Paris mit. Seine Aktion ist jetzt bei dem Südtiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander auf scharfe Kritik gestoßen.

"Mir war es wie ein unerreichbarer Traum erschienen, den mythischen Gipfel zu erreichen", sagte Delsalle. "Trotz aller Schwierigkeiten, dieses Ziel zu realisieren, hat der Hubschrauber die Herausforderung bestanden, als wäre er vom Zauber des Ortes getragen worden." Während der Testflüge vor dem Rekordflug war Delsalle von der nepalesischen Regierung zu Rettungseinsätzen angefordert worden. So holte er Bergsteiger in Not aus dem höchsten Massiv der Welt.

Kritik von Extrem-Bergsteiger
Zuvor hatte er mit der Ecureuil in Frankreich 20 Jahre alte Geschwindigkeitsrekorde für Flüge in 3.000, 6.000 und 9.000 Metern Höhe gebrochen. Der bisherige Höhen-Landerekord am Himalaja von 7.670 Metern war 2004 mit einer extra mit stärkerem Motor versehenen Cheetah aufgestellt worden. Der Ecureuil ist ein Mehrzweck-Serienhubschrauber von Eurocopter, einer Tochter des europäischen Flugtechnikkonzerns EADS.

Der Extrembergsteiger Hans Kammerlander hat die Landung eines Hubschraubers auf dem Gipfel des Mount Everest scharf kritisiert. Damit sei ein Anreiz geliefert worden, "aus dem Bergsteigen eine Sightseeing-Tour für Millionäre zu machen", sagte Kammerlander der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe). "Die Entscheidungsträger bei Eurocopter hätten sich ein anderes Ziel suchen sollen", sagte der Südtiroler Höhenbergsteiger, der 13 der 14 Achttausender bestiegen hat, darunter 1996 den Mount Everest. Er frage sich, was als nächstes passiere. "Wird es einen Lift nach oben geben?" (apa)

25.5.2005 15:49