Erklärung im Internet: Extremistenführer Zarqawi angeblich bei Gefecht verletzt
- Wortlaut deutet auf schwerwiegende Verwundung hin
- Zunächst keine Bestätigung durch die US-Regierung
Der mutmaßliche Anführer der Terrororganisation Al Kaida im Irak, Abu Musab al-Zarqawi, ist bei einem Gefecht verletzt worden. "Betet für die Heilung unseres Scheichs Abu Musab al-Zarqawi von einer Verletzung, die er auf dem Weg Gottes erlitten hat", hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Erklärung der Extremisten-Organisation.
Ob die Mitteilung echt war, war zunächst nicht klar. Es wäre die erste Botschaft dieser Art, die die Al Kaida veröffentlichte. In der Erklärung rief die Gruppe zum weiteren Kampf gegen ihre Feinde auf.
Der Wortlaut deutete darauf hin, dass die Verletzungen Zarqawis schwerwiegend sind. Zu Beginn des Monats hatte es bereits unbestätigte Berichte gegeben, wonach Zarqawi bei einem Kampf verletzt wurde und sich in einem Krankenhaus in der westlich von Bagdad gelegenen Stadt Ramadi behandeln ließ.
Der irakische Al-Kaida-Arm hat zahlreiche Anschläge und Selbstmordattentate auf US-Soldaten und irakische Sicherheitskräfte verübt. Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hat Zarqawi zu seinem Stellvertreter ernannt. Die USA haben auf den Jordanier ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (19,8 Mio. Euro) ausgesetzt. Im April rief Zarqawi in einer im Internet veröffentlichten Tonaufnahme zu weiteren Selbstmordanschlägen auf und drohte, er werde US-Präsident George W. Bush keinen Seelenfrieden gönnen.
Zarqawi wie Mohammed in der Schlacht
In ihrer jüngsten Internet-Erklärung knüpfte die Al Kaida offenbar an diese Botschaft an. "Die Verletzungen unseres Führers sind eine Ehre, ein Anreiz, die Schlinge um die Feinde Gottes enger zu ziehen und ein Grund, unsere Attacken gegen sie zu verstärken." Unter Bezugnahme auf Verse aus dem Koran verglich die Erklärung die Verletzung Zarqawis mit jenen des Propheten Mohammed in einer Schlacht.
Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, es könne den Bericht weder bestätigen noch dementieren. In Bagdad sagte ein Sprecher der US-Truppen im Irak: "Wir haben keine Informationen darüber, ob er (Zarqawi) verletzt ist oder wie sein Gesundheitszustand ist. Er ist weiterhin unser Hauptziel, das festgenommen oder getötet werden soll. Und bis das nicht geschieht, geht die Jagd weiter." In der Vergangenheit habe es bereits ähnliche Berichte über angebliche Verletzungen gegeben. Es sei nahezu unmöglich, diese zu überprüfen. "Dies könnte ein weiterer Trick von ihnen sein. Das weiß man nie." (apa)
