Dienstag, 24. Mai 2005

Neuer blutiger Tag beginnt im Irak: Auto mit irakischen Polizisten gerammt - 5 Tote

  • 50 Menschen sterben bei Anschlägen am Montag
  • Militäraktion: Über 400 Aufständische festgenommen

Bei einem Autobombenanschlag in Bagdad sind am Dienstag nach ersten Informationen fünf irakische Polizisten getötet und mehrere verletzt worden. Unter den Verletzten seien laut Augenzeugen auch Schüler. Ein Selbstmordattentäter habe mit seinem Wagen einen Polizeikonvoi gerammt. Zahlreiche Schüler hätten zu dem Zeitpunkt vor einer nahe gelegenen Schule auf die Jahresabschlussprüfungen gewartet.

In anderen Berichten war zunächst von sechs Todesopfern die Rede gewesen. Dabei habe es sich um Zivilpersonen gehandelt.

In der nordirakischen Stadt Al-Sharkat töteten Unbekannte in der Nacht auf Dienstag einen hochrangigen Offizier des Militärgeheimdienstes des früheren Baath-Regimes. Die Polizei berichtete, Adnan Salman sei nach den Schüssen erst in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er am Morgen starb. Erst am Montag waren im Irak bei mehreren Autobombenanschlägen mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen.

Die Explosion einer Autobombe hat am Dienstag im Irak drei US-Soldaten das Leben gekostet. Der Sprengsatz war an einem geparkten Auto befestigt und explodierte, als gerade eine amerikanische Patrouille durch das Zentrum von Bagdad fuhr, wie Militärsprecher David Abrams mitteilte. Erst am Montag waren bei einer Bombenexplosion vier US-Soldaten getötet worden. Der Anschlag ereignete sich nach Angaben der Streitkräfte vom Dienstag in Haswa, etwa 50 Kilometer südlich von Bagdad.

Ein weiterer Sprengsatz zerstörte in Ramadi westlich von Bagdad ein Militärfahrzeug und verletzte drei Soldaten. Zwei von ihnen konnten ihren Dienst wieder antreten, einer wurde im Krankenhaus behandelt. Bis Dienstag wurden seit der Invasion im März 2003 mindestens 1.641 US-Soldaten getötet.

428 Festnahmen bei größter amerikanisch-irakischer Aktion
Bei der bisher größten gemeinsamen Militäroperation irakischer und US-amerikanischer Sicherheitskräfte in Bagdad wurden indes in den vergangenen beiden Tagen 428 Aufständische festgenommen, wie ein Militärsprecher am Dienstag in Bagdad mitteilte. Die Aktion begann am Sonntag und richtete sich gegen Rebellen, die regelmäßig Angriffe auf das Gefängnis Abu Ghraib und die Straße zum Flughafen verüben.

"Die Gegend um Abu Ghraib ist zum Tummelplatz für militante Anhänger des gestürzten Regimes und für das Terrornetzwerk von Abu Mussab al Zarqawi geworden", hieß es in einer Erklärung. Das Vorgehen gegen die Aufständischen werde von der Bevölkerung unterstützt, sagte US-Militärsprecher Clifford Kent. Es gebe zunehmend Hinweise der Einheimischen auf Verstecke der Angreifer. Bei weiteren Razzien in Bagdad seien am Dienstag sieben Terrorverdächtige festgenommen worden. (apa)

24.5.2005 15:04