Montag, 23. Mai 2005

Großeinsatz von irakischer und US-Armee: 285 mutmaßliche Aufständische inhaftiert

  • Mehrere Autobomben fordern erneut zahlreiche Tote

Irakische und US-Streitkräfte haben westlich von Bagdad bei ihrem bisher größten gemeinsamen Einsatz 285 mutmaßliche Aufständische binnen eines Tages festgenommen. Bei einem Autobombenanschlag in Bagdad wurden mindestens acht Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt.

Die Offensive im Bezirk Abu Ghraib ziele darauf ab, die Zahl der Autobombenanschläge in der irakischen Hauptstadt zu verringern, teilte die US-Armee am Montag mit. Die Festgenommenen seien allesamt Iraker. An der "Operation Squeeze Play" waren nach US-Angaben vier Bataillone der irakischen Armee und drei irakische Polizei-Bataillone beteiligt, die von US-Soldaten unterstützt wurden - ein Bataillon besteht für gewöhnlich aus 300 bis 400 Soldaten. Geführt wurde der Einsatz von den Irakern.

Das Einsatzgebiet umfasste eine als "Todespiste" bezeichnete zwölf Kilometer lange Strecke von der Bagdader Innenstadt zum Flughafen, wo immer wieder US-Militärkonvois, ausländische Vertragspartner und Journalisten angegriffen werden. Der am Sonntag begonnene Großeinsatz dauerte am Montag an.

Autobomben fordern erneut zahlreiche Tote
Bei zwei Autobombenanschlägen im Nordirak sind am Montagabend zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Ärzte sprachen von 30 Toten und 10 Verletzten. Die Bomben seien im Abstand von fünf Minuten in der Stadt Tel Afar - rund 60 Kilometer nord-westlich von Mosul - vor dem Haus eines turkmenischen Stammesführers explodiert, berichtete die Polizei.

Die Polizei vermutet, dass die Taten keinen politischen Hintergrund haben, sondern ein Stammeskonflikt der Hintergrund ist. Tel Afar wird mehrheitlich von Turkmenen bewohnt. Das Haus des Stammesführers war am Morgen mit Handgranaten angegriffen worden, wobei einer der Söhne des Mannes starb.

Bei dem Autobombenanschlag im Bagdader Stadtviertel Jamila starben mindestens acht Menschen; weitere 107 Menschen wurden verletzt. Die Bombe explodierte vor einem stark frequentierten Lokal, als gerade viele Arbeiter ihre Mittagspause machten. Seit Anfang Mai starben bei 70 Autobombenanschlägen in Bagdad und Umgebung bereits mehr als 400 Menschen.

In der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Mahmudija explodierte dem Innenministerium zufolge am Montagabend ein Sprengsatz neben einer heiligen Stätte. Zahlreiche alte Häuser im Umkreis seien durch die Wucht der Detonation eingestürzt. Mindestens fünf Menschen seien aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses geborgen worden; 19 weitere seien verletzt worden. Die Suche nach weiteren Opfern dauere an. (apa)

23.5.2005 22:38