Dienstag, 31. Mai 2005

In 4. Klassen an 80 Testschulen: Mathe- Bildungsstandards wurden erprobt

  • Schüler bekamen Tests, keine Auswirkungen auf Note
  • PLUS: Beispiele für Test-Aufgaben zum Durchklicken!

Für rund 7.000 Jugendliche der achten Schulstufe (4. Klasse AHS-Unterstufe oder Hauptschule) gab es mitten im letzten Schularbeitsstress am Dienstag eine weitere Leistungsüberprüfung: Ein Testverfahren für die geplanten Bildungsstandards im Bereich Mathematik wurde an rund 80 Schulen getestet. Für die Schüler haben die Ergebnisse keine Auswirkungen auf die Note. Die Wissenschafter wollen damit überprüfen, ob mit den Testaufgaben gültige Rückschlüsse über das Erreichen der Bildungsstandards gezogen werden können oder die Testinstrumente nachjustiert werden müssen, hieß es seitens des Bildungsministeriums.

Mit den Bildungsstandards soll festgelegt werden, welche Kompetenzen die Schüler an den so genannten "Nahtstellen" des Bildungswesens (v.a. also in der vierten Klasse Volksschule und der vierten Klasse AHS bzw. Hauptschule) in den Kernbereichen eines Unterrichtsfachs erworben haben sollen. Vor dem eigentlichen Einsatz müssen aber die dafür entwickelten Aufgaben auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden, ob mit dem Testinstrumentarium tatsächlich abgetestet wird, was nachhaltig hängen geblieben ist bzw. wo die Tests noch optimiert werden können.

Ausgewertet werden die Tests am Pädagogischen Institut Linz und dem Institut für Entwicklungspsychologie und Psychologische Diagnostik der Uni Wien. Den getesteten Schülern wird detailliert rückgemeldet, wie sie bei dem Test abgeschnitten haben. Auch die Schule bekommt ihr Ergebnis ausgewertet, und den Schulbehörden werden die Daten in einer statistisch zusammengefassten Version (anonymisiert) zur Verfügung gestellt. Die Erstellung eines Rankings ist damit nicht möglich.

Bei gutem Ergebnis österreichweit ab 2008
Sollten beim Testinstrumentarium keine Weiterentwicklungen mehr notwendig sein, können die Bildungsstandards und die dazu gehörigen Tests österreichweit eingesetzt werden, was für 2008 erwartet wird. Im "Endausbau" der Bildungsstandards sollen rund 30 Prozent eines Altersjahrgangs getestet werden.

Kritik an den Tests übte der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz: So knapp vor Ende des Schuljahres sei es zu spät, um bei Schülern, die bei den Tests schlecht abschneiden, mit individueller Förderung zu reagieren. "Die Schüler haben gar nichts von dem ganzen", so Brosz. Die Bildungsstandards, so wie Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) sie einführen wolle, würden keine Qualitätsverbesserung des Unterrichts versprechen und Schüler unnötig unter Druck setzen.

SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser geht es zu langsam, dass sich die Einführungsphase von Bildungsstandards über drei Jahre erstrecke, Gehrer müsse aufs Tempo drücken. "Diese Tests soll es ab Herbst an allen Schulen geben", forderte Niederwieser. Im Gegensatz zu Brosz findet sein SP-Kollege den Zeitpunkt des Schultests "nicht verkehrt".
(apa)

31.5.2005 14:31