Donnerstag, 26. Mai 2005

Niederösterreichs LH Pröll: "Rot-grünes Desaster ist Warnschuss für Österreich"

  • Kein Grund zur Freude, da die Wirtschaft darunter leidet
  • "BZÖ hat die letzte Chance, Verantwortung zu zeigen"

Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (V) sieht "keinen Grund" für Österreich, sich über die Probleme in Deutschland zu freuen. "Das Desaster von Rot-Grün in Deutschland ist ein lauter Warnschuss für Österreich", sagte Pröll in einem Interview. Die österreichische Wirtschaft leide nämlich unter der engen Verflechtung mit Deutschland.

Pröll verteidigte im "Kurier" aber die Taktik der ÖVP, Parallelen zwischen Rot-Grün in Deutschland und Österreich zu ziehen. Man müsse darauf hinweisen, "um den Schalmeientönen der SPÖ die Grundlage zu entziehen". Den österreichischen Grünen bescheinigte er, "viel eigenständiger" zu sein als die SPÖ, die sich stark an der SPD orientiere.

Warnung an das BZÖ
Der als ÖVP-interner Kritiker der schwarz-blau-orangen Koalition geltende Pröll richtete eine deutliche Warnung an den Regierungspartner BZÖ. Er dränge darauf, dass die Arbeit bis zum Ende der Legislaturperiode "fertig geführt wird". "Ich erwarte, dass das BZÖ merkt: Es hat die letzte Chance, staatspolitische Verantwortung in dieser Legislaturperiode zu zeigen. Es liegt am BZÖ, sie zu nutzen."

Von einem Machtwechsel bei der steirischen Landtagswahl - dort wackelt Umfragen zufolge der Landeshauptmannsessel der ÖVP - erwartet Pröll keine Auswirkungen auf die Bundespolitik. "Der Kanzler wird sich in seiner umsichtigen Art nicht irritieren lassen, auch wenn es da oder dort kälter wird."
(apa)

26.5.2005 21:09