Freitag, 17. Juni 2005

NEWS: Regierung plant Pkw-Maut ab 2008 -
Was Sie Autofahren in Zukunft kosten wird

  • Geheime Mautstudie: "Billigste" Variante mit 5 Cent/Km
  • Pendler besonders betroffen: Bis 600 € Mehrbelastung

Laut einem geheimen, NEWS bekannten, Gesprächsprotokoll hat Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka vor österreichischen Frächtern bestätigt, dass die Einführung der kilometerabhängigen Pkw-Maut in Österreich bald kommen wird.

Geht es nach Experten der Universität Graz, ist die Vignette ein Auslaufmodell. Ohne Pkw-Maut, so die Studienleiter Karl Steininger und Werner Gobiet, werden die dringend notwendigen Sanierung des heimischen Schnellstraßen- und Autobahnnetzes und der Neubau der noch notwendigen Verbindungen nicht zu finanzieren sein. Dabei gehen die Autoren in ihren Rechnungen in die Vollen.

Was es kostet: Wir haben für Sie nachgerechnet
Es wurden fünf unterschiedliche Varianten berechnet - vom Road-Pricing nur auf Autobahnen, Schnell- und Landesstraßen um 5 Cent pro Kilometer bis zur Maximalvariante von 10 Cent auf allen österreichischen Straßen plus Verdoppelung der Maut auf 20 Cent pro Kilometer in Ballungszentren während der Spitzenverkehrszeiten in der Früh und am Abend.

Selbst Minimalvariante bringt 1,9 Mrd. Euro
Karl Steininger: "Aus Verkehrs-, Umwelt- und Gesundheitsgründen raten wir zu einem flächendeckenden Road-Pricing, denn das würde die Verkehrsbelastung um bis zu 14 Prozent reduzieren. Und Ausweichverkehre und damit verbundene punktuelle Zunahmen des Verkehrs können so vermieden werden." Und das Budgetproblem der Asfinag wäre schlagartig beseitigt, denn die Einnahmen, so die Rechnung der Autoren, würden von derzeitig jährlich 320 Mio. Euro auf beachtliche 5,7, Mrd. Euro steigen. Selbst in der Minimalvariante würden den Straßenbauern in Zukunft 1,9 Mrd. Euro zur Verfügung stehen. Die Studienautoren schlagen allerdings vor, diese Summen budgetneutral einzusetzen. Mit den Milliarden sollten der Ausbau und die Erhaltung des Straßennetzes genauso finanziert werden wie der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Weiters denken die Autoren an eine pauschale Refundierung der Kosten an einkommenschwächere Haushalte.

Ihre Mehrkosten bei 5 Cent Maut
Experten der Universität Graz rechnen vor, was die "5 Cent-Variante" den Autofahrern auf einzelnen Strecken ab 2008 kostet:

Von Enns nach Linz (22 km Autobahn)
Klaus Haidinger rechnet vor: Kosten bisher: 72,60 Euro für die Jahresvignette. Kosten neu: 664, 40 Euro für 302 Fahrten in die Voest inkl. Wochenenddiensten mit 13,288 km auf der Autobahn pro Jahr.

Von Mistelbach nach Wien (30 km)
Isabella N. rechnet vor: Kosten bisher: 72,60 Euro für Jahresvignette. Kosten neu: 693 Euro. Bei 13.860 Jahreskilometern auf der demnächst fertigen A5 und der Nordbrücke in Wien.

Von Trumau nach Wien (28 km auf A2)
Wolfgang S. rechnet vor: Kosten bisher: 72,60 Euro für Jahresvignette.
Kosten neu: 644 Euro. In 46 Arbeitswochen legt er in Richtung Wiener City auf A1 und A23 12.880 km zurück.

Von Kefermarkt nach Linz (20 km)
Gerhard Wimberger rechnet vor: Kosten bisher: 72,60 Euro für Jahresvignette
Kosten neu: 604 Euro für 12.080 Kilometer pro Jahr auf der Mühlkreisautobahn (A7) und der Linzer Stadtautobahn.

Von Salzburg nach Arnoldstein (210 km)
Torsten K. rechnet vor: Kosten bisher: 7,60 Euro für Zehn-Tage-Vignette. Kosten neu: 10,50 E. Schon bei der einfachen Fahrt nach Italien zahlen deutsche Touristen auf der Tauernautobahn drauf.

Von Kittsee nach Salzburg (360 km)
György S. rechnet vor: Kosten bisher: 7,60 Euro für Zehn-Tage-Vignette Kosten neu: 18 Euro. Ein Ungar, der nach Deutschland will, zahlt für A4, A23, A21 und A1 mehr als doppelt so viel wie bisher.

Die ganze Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!

17.6.2005 07:17