Mittwoch, 18. Mai 2005

ÖAMTC-Mobilitätsstudie: Kinder wissen, was sie im Straßenverkehr brauchen!

  • Gefahrenbewusstsein bei Kindern stark ausgeprägt!
  • Gefragt: Schülerlotsen & weniger Gefahrenzonen

"Wenn ich Verkehrsminister wäre, gäbe es bei unserer Schule eine Ampel, weil die Autos fahren einfach über den Zebrastreifen drüber." Simpel und für jedermann einsichtig sind die Ergebnisse der ÖAMTC-Kindermobilitätsstudie, die am Mittwoch in Wien präsentiert wurde.

Alle zwei Stunden verunglückt laut ÖAMTC ein Kind auf Österreichs Straßen und der Trend geht seit Jahren nur leicht zurück. Um Kinder besser schützen zu können, indem man sich stärker an ihren Bedürfnissen orientiert, hat der Autofahrerclub eine Untersuchung durchgeführt. Die Studie zeige deutlich, wo Handlungsbedarf besteht, so ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. Auch der Club werde sich an diesen Ergebnissen orientieren und anhand von Aussagen der Volksschulkinder samt Eltern Maßnahmenpakete erarbeiten.

Mehr Schülerlotsen & weniger Gefahrenzonen
Dabei geht es um konkrete Sicherheitsvorkehrungen, wie zum Beispiel den verstärkten Einsatz von Schülerlotsen und die Beseitigung von Gefahrenstellen auf dem Schulweg. Es wird aber auch auf verstärkte Bewusstseinsbildung bei Erwachsenen und Kindern gesetzt, wie zum Beispiel bei der Vorbildwirkung durch Großen an roten Ampeln oder beim Anschnallen oder bei der richtigen Kindersicherung im Auto. Erkenntnisse brachte die Studie auch hinsichtlich der sozialen Natur des kindlichen Mobilitätsverhaltens: Der Schulweg macht Kindern Spaß, weil sie hier ihre Selbstständigkeit beweisen können. Ängste haben sie hier vor allem vor Übergriffen von größeren Kindern, Betrunkenen, Entführern oder Menschen, "die gemein aussehen", heißt es im Studienbericht. Hier brauchen Kinder mehr Training der sozialen Fähigkeiten, um Konflikte zu vermeiden oder zu lösen, meint Donosa.

Angst vor Gedränge in Öffis
Dahingegen wissen Kinder sehr gut, worauf sie als Fußgänger achten müssen. "Die am stärksten verinnerlichte Verhaltensweise ist das Schauen nach links und rechts bevor eine Straße überquert wird", so Donosa. In öffentlichen Verkehrsmitteln haben die kleinen Verkehrsteilnehmer Angst vor Gedränge und kennen die Gefahr, bei den Türen hängen zu bleiben oder in den Spalt zwischen U-Bahn-Zug und Bahnsteig zu fallen. Im Auto wissen die Sprösslinge laut Donosa, dass "in die Rückenlehne treten oder den Fahrer stören" tabu ist. (APA/red.)

18.5.2005 09:45