Freitag, 20. Mai 2005

Erste Hilfe für den Sommertourismus: Vor allem junge Gäste bleiben immer öfter fern

  • Hotelier-Präsident fordert Verlängerung der Saison
  • Zukunftsforscher: "Österreich ist nicht sexy genug"

Rund 140 Millionen Nächtigungen bis zum Jahr 2010: Wenn Österreich dieses touristische Ziel erreichen wolle, gebe es enormen Handlungsbedarf, erklärte der Präsident der Österreichischen Hoteliersvereinigung (ÖHV), Peter Peer.gemeinsam mit seinem Präsidenten-Kollegen Sepp Schellhorn. Die beiden präsentieren ein "Erste-Hilfe-Paket" für den Sommertourismus.

Ein Punkt wäre: Verjüngung der Gäste. Das Durchschnittsalter der Sommergäste liege in Österreich bei 46 Jahren. Angebote für die 20- bis 29-Jährigen würden fehlen, betonte Schellhorn. "Uns bricht der touristische Nachwuchs weg." Man müsse ein touristisches Umfeld für junge Gäste schaffen, das jenseits der Jugendherbergen liege.

Eine Verbesserung der Dienstleistungskette hält die ÖHV ebenso für notwendig wie eine Verlängerung der Saison sowie eine bessere Inszenierung der touristischen Angebote für den Sommer. Schellhorn forderte darüber hinaus, dass bei sportlichen Großereignissen - wie die Eishockey-WM, Rad-WM oder Fußball-Europameisterschaft - stärker auf touristische Nachhaltigkeit geachtet werde. Solche Großereignisse würden zu wenig für die Präsentation der Destination Österreich genützt, sagte Schellhorn.

Das "Erste-Hilfe-Paket" für den Sommertourismus wurde vor dem Hintergrund sinkender Nächtigungszahlen in der Haupturlaubszeit präsentiert. So hat Österreich im Sommer seit 1994 rund zehn Mio. Nächtigungen in allen Beherbergungsformen verloren. Derzeit liegt Österreich bei rund 59,8 Mio. Nächtigungen im Sommer - 1994 waren es noch 69,6 Mio. gewesen.

Den Grund, warum die jungen Gäste im Sommer fernbleiben, meint der Zukunftsforscher Andreas Reiter zu kennen: Österreich sei als Urlaubsdestination nicht "sexy" genug für junge Leute. (apa/red)

20.5.2005 16:21