Chancengleichheit Mann/Frau: Österreich hinkt im internationalen Vergleich hinterher
- Rangliste: Alpenrebublik nur 28. unter 58 Ländern
- Skandinavien als Vorreiter für Chancengleichheit
Eine ernüchternde Bilanz in puncto Chancengleichheit bietet die Analyse des Weltwirtschaftsforum (WEF) in Genf vor allem im EU-Vergleich: Österreich liegt unter den 58 untersuchten Ländern an 28. Stelle, betrachtet man aber die Reihung der EU-Länder, dann ist Österreich unter 24 Mitgliedstaaten (Zypern fehlt) gar nur an 21. Stelle. Untersucht wurde die Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern in Politik, Wirtschaft und Bildung.
Unter den EU-Ländern und im Gesamtranking glänzt Schweden an erster Stelle. Die skandinavischen Gesellschaften hätten den Nutzen des "Empowerment von Frauen" verstanden, schreibt das WEF. Die Staaten, die das gesamte Potenzial der Hälfte ihrer Bevölkerung nicht zu nutzen wüssten, hätten eine "Fehlleitung der human resources" zu verantworten und würden damit ihre Wettbewerbsfähigkeit untergraben, bekrittelt das Weltwirtschaftsforum.
Österreich liegt im Ranking hinter den skandinavischen Mitgliedstaaten Dänemark, Finnland, sowie hinter Großbritannien, Deutschland, Lettland, Litauen, Frankreich, den Niederlanden. Die neuen EU-Länder Estland, Polen, Slowakei, Slowenien, Ungarn und Tschechien schneiden ebenso besser ab. Schlechter als in Österreich schaut es im EU-Vergleich nur noch in Malta (22. Stelle), Italien (an 23. Stelle) und Griechenland (an 24.Stelle) aus. Das völlige Schließen der Kluft zwischen Männern und Frauen hätten allerdings bisher kein Land geschafft.
Die Studie umfasst alle 30 OECD-Staaten sowie 28 Schwellenländer, bei den EU-Ländern fehlt Zypern. Im Fokus der Untersuchungen waren die wirtschaftliche Teilhabe und Möglichkeiten, politische Einflussnahme und Beteiligung, Bildungsgrad, sowie Gesundheit und Wohlergehen.
Fünf Parameter für Ranking
Das Ranking beim Auseinanderklaffen der Chancengleichheit von Frauen und Männern ergibt sich aus fünf verschiedenen Parametern. Dies sind die Teilnahme am Wirtschaftsleben (Economic Participation), die Chancen in der Wirtschaft (Economic opportunity), die Teilnahme am politischen Leben (Political Empowerment), Bildungszugang (Educational Attainment) und Gesundheitsbereich (Health und Well-Being).
Dabei zeigt sich, dass Österreich beim "Gender Gap" im Bildungszugang an 20. Stelle von 24 EU-Staaten liegt. Bei der Teilnahme am Wirtschaftsleben belegt die Alpenrepublik den 19. Rang, bei Chancen in der Wirtschaft den 15. Platz. An zwölfter stelle liegt Österreich bei der Teilnahme am politischen Leben und den neunten Rang gibt es im Gesundheitsbereich. (apa)
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