Mittwoch, 18. Mai 2005

Der Krieg ums Geld

BZÖ: Die Altpartei schlägt zurück: Eine Sonderkommission prüft derzeit die Parteifinanzen der Jahre 1995 bis 2005.
FPÖ: FP-Chef Strache will das abgespaltete BZÖ zur Kasse bitten: Die Verschuldensfrage kommt möglicherweise vor Gericht.

Angespannte Nervosität – hüben und drüben. Weder die BZÖ-Orangen noch die FPÖ-Blauen können sorglos in die Zukunft blicken: Die einen, weil sie finanziell auf dem Trockenen – und die andern, weil sie auf einem Riesenberg von Schulden sitzen.

FPÖ-Europaparlamentarier, Zeitungsherausgeber („Zur Zeit“) und Jörg Haiders ehemaliger Chefideologe Andreas Mölzer, nicht ohne Zynismus zur Lage beider Parteien: „Was sich hier abspielt, ist eine höchst bedenkliche Geschichte. Die Gläubiger wollen ihr Geld zurück – und jetzt wird nach den Verantwortlichen dieses Desasters gesucht. Es ist eine Frage der politischen Hygiene, dass die Hintergründe dieser Pleite restlos aufgeklärt werden. Jene Personen, die dieses Debakel verursacht haben, sind zur tätigen Mithilfe an dessen Beseitigung verpflichtet.“

Zwischen drei und vier Millionen Euro beträgt der Schuldenstand der FPÖ. Aber weder die blaue Altpartei (unter neuer Obmannschaft von Heinz-Christian Strache) noch das von ihr abgespaltete Bündnis Zukunft Österreich (unter dessen neuem Chef Jörg Haider) sind derzeit finanziell zur Obligotilgung fähig.

„Gefahr im Verzug“. FPÖ-Bundesobmann H.-C. Strache, der vor zwei Monaten von Ursula Haubner den gewaltigen Schuldenstand geerbt hat, hat eine Sonderprüfungskommission (Vorsitz: der Wiener Rechtsanwalt Peter Fichtenbauer) eingesetzt, deren Aufgabe es ist, bis Anfang Juni die Gesamtgebarung der FPÖ in den Jahren 1995 bis 2005 einer rigorosen Überprüfung zu unterziehen.

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18.5.2005 17:31