Mittwoch, 18. Mai 2005

Brisant: Die Maut-Attacke

  • Wie Österreichs Autofahrer per Pkw-Maut zahlen sollen
  • Zur Kasse: Wie die Politik die Autofahrer schröpfen will.

Wie Österreichs Autofahrer per Pkw-Maut Milliarden zahlen sollen
5 Cent pro Kilometer: An der Uni Graz und in der Schweiz wurde berechnet, wie viel Autofahren in Zukunft kostet.
MAUT ODER PLEITE. Die Asfinag hat schon 10 Milliarden Euro Schulden. Ohne Pkw-Maut ab 2008 droht der Kollaps im Straßenbau.

Klaus Haidinger kennt die Westautobahn wie seine Westentasche: Täglich fährt er von seinem Wohnort Enns über die A1 zu seinem Arbeitsplatz in der Voest in Linz. Derzeit kostet ihn der tägliche Stau auf der A1 und Stadtautobahn 72,60 Euro Autobahnvignette pro Jahr.

Er wird „seinen“ Oberösterreicher in der Bundesregierung, Verkehrsstaatsekretär Helmut Kukacka, wohl demnächst besonders lieb haben. Der sagte nämlich in einer Sitzung der Frächter in der Linzer Wirtschaftskammer laut Protokoll: „… Wobei eine Voraussetzung für die Realisierung für die Projekte ist, dass … ab etwa 2008 auch ein Road-Pricing für Pkws realisiert wird.“

Herr Haidinger wird dann für die 22 km Autobahn, die er noch dazu meist im Stau verbringt, kräftig zahlen müssen: Eine NEWS vorliegende – noch geheime – Studie der Universität Graz (im Auftrag von Umweltminister Josef Pröll) sieht vier Varianten für eine kilometerabhängige Autobahnmaut auch für Herrn Haidingers Pkw vor. Bei 302 Fahrten und 13.288 gefahrenen Autobahnkilometern pro Jahr würde Haidinger in der Billigvariante fünf Cent pro gefahrenen Kilometer bezahlen – unter dem Strich also 604 statt 72,60 Euro pro Jahr. In der härteren Variante, die in Stoßzeiten in Ballungsgebieten 10 Cent pro Kilometer Pkw-Maut vorsieht, würde Haidinger im Durchschnitt acht Cent pro Kilometer bezahlen – und käme auf 966,40 Euro pro Jahr. In der – ebenfalls gerechneten – Brutalvariante mit 10 Cent pro Kilometer (die Hälfte dessen, was derzeit ein Lkw pro Kilometer bezahlt) käme unser Voest-Mitarbeiter auf 1.208 Euro Maut pro Jahr. Mehrkosten also von 500 bis 1.100 Euro im Jahr gegenüber dem Vignetten-Zeitalter.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

18.5.2005 17:04