Montag, 23. Mai 2005

FORMAT: Branchen im großen Ölschock -
Vom Flugticket bis zu den Lebensmitteln!

  • Warum der hohe Ölpreis das ganze Leben verteuert
  • PLUS: Alle Branchen mit Preissteigerung im Überblick

Wegen des hohen Ölpreises werden neben Flugtickets und Transportkosten auch Verpackungsmaterialien, Krankenhausbedarf, Autobestandteile und sogar Lebensmittel teurer. Obwohl der Ölpreis derzeit leicht sinkt, leiden Wirtschaft und damit letztlich die Konsumenten längst nicht mehr nur an der Tankstelle unter dem anhaltenden Ölpreishoch. Dessen Auswirkungen gehen über geschmalzene Aufschläge für Taxifahrten oder Flugtickets und saftige Preiserhöhungen der Speditionen weit hinaus. Selbst Hautcremen (aus Erdölderivaten hergestellt), Lebensmittel (von Transportkosten abhängig) oder Autos (Kunststoffbestandteile werden auf Erdölbasis erzeugt) verteuern sich schleichend.

Waren für eine Tonne auf Erdölbasis erzeugten Kunststoff Anfang 2004 noch 700 bis 800 Euro zu berappen, sind es heuer 1.100 bis 1.300 Euro.

Betroffen davon sind Kunststoffverwerter wie Verpackungsfirmen oder Krankenhäuser, die jetzt mehr für Zubehör wie Spritzen oder Infusionsbehälter ausgeben müssen.

Auch Autozulieferer zahlen mehr: In der Mittelklasse kostet ein Armaturenbrett 640 bis 1.000 Euro. Das bedeutet zehn Prozent Preissteigerung im Vergleich zu Zeiten moderater Ölpreise. Beatrice Mandine, Sprecherin des französischen Automobilzulieferers Faurecia, bestätigt: "Die hohen Erdölpreise und damit verbunden die rasant gestiegenen Kunststoffpreise setzen uns hart zu."

Auch Hersteller von Verpackungen leiden: Um bis zu 25 Prozent wurden laut einem österreichischen Produzenten Verpackungen etwa für Eis, Joghurt, Butter oder Margarine teurer.

Am stärksten unter Druck stehen die Spediteure: Ein mit 24 Tonnen beladener Laster verbraucht rund dreißig Liter Diesel auf hundert Kilometer, was vor einem Jahr, bei rund 80 Cent pro Liter, 24 Euro kostete. Jetzt, bei Dieselpreisen von etwa 90 Cent, müssen Transportunternehmer 27 Euro für hundert gefahrene Kilometer kalkulieren.

Heidegunde Senger-Weiss, Präsidentin des Zentralverbandes Spedition und Logistik, hofft auf ein Einsehen des Finanzministers: "Grasser soll endlich die Mineralölsteuer senken." Weil damit nicht zu rechnen ist, müssen die Spediteure ihren Kunden weiterhin bis zu zehn Prozent Treibstoffzuschlag abknöpfen.

Womit die Ölpreissteigerungen endgültig bei der Supermarktkundschaft angelangt sind. Denn Industrie und Handel müssen die gestiegenen Transportkosten ihrerseits abwälzen. Vor allem Produkte aus niedrigen Preissegmenten wie Kartoffeln, Zucker, Getreide oder Teigwaren sind ölpreisbedingt um rund zwei Prozent teurer geworden. Handelt es sich um Importware, steigen die Preise sogar um bis zu vier Prozent.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FORMAT!

23.5.2005 07:02